Bis ich dich finde

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Autor: John Irving
  • Land: diverse
  • Verlag: Diogenes
  • Seiten: 1.140
  • erschienen: 2005
  • Erzählform: Er-Form
  • ISBN: 9783257236217
  • gelesen: 14.10.2009 – 26.12.2009
  • Einbandgestaltung: 4 von 5
  • Orthographie: 5 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Lesevergnügen: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 5,0 von 5

Puh, das hat mal lange gedauert! Über zwei Monate habe ich gebraucht, um dieses Buch zu lesen, was hauptsächlich daran lag, dass ich in letzter Zeit kaum Lesezeit hatte. Aber ich habe es wie geplant in diesem Jahr geschafft!

John Irving erzählt in dem Roman „Bis ich dich finde“ die Geschichte von Jack Burns. Jack ist im ersten großen Teil des Buches vier Jahre alt. Seine Mutter wurde von seinem Vater sitzengelassen, Jack hat ihn nie kennen gelernt. Als sich seine Mutter mit Jack auf die Reise macht, um seinen Vater zu finden, hört Jack viele Geschichten über ihn. Sein Vater ist ein begabter Organist und offenbar eifriger Schürzenjäger. In jeder Stadt, die Jack mit seiner Mutter besucht, hat sein Vater scheinbar ein gebrochenes Herz zurückgelassen. Je mehr Jack über seinen Vater erfährt, desto weniger will er ihn finden…

Wir begleiten Jack Burns durch insgesamt 34 Jahre seines Lebens, erleben seine Schulzeit, seine Freunde (und seine Feinde), seine ersten sexuellen Erfahrungen (und auch alle darauffolgenden), seine erste Liebe und besuchen mit ihm eine Oscar-Verleihung. In 34 Jahren hat das Leben genügend Zeit, mehr als einmal aus den Fugen zu geraten. Jack lernt viele Menschen kennen und muss sich im Laufe der Zeit auch von so manchem verabschieden.

 

John Irving nimmt den Leser in diesem sehr empfehlenswerten Buch mit auf die Reise durch ein halbes Leben und lässt ihn hautnah teilhaben. Er zeigt, wie wichtig Verzeihen sein kann, und das meistens nichts so ist, wie es scheint. Ich habe beim Lesen so manche Gänsehaut bekommen und die eine oder andere Träne aus dem Augenwinkel gewischt. Das Buch brachte mich gleichermaßen zum Lachen wie zum Weinen.

Die Sprache, der sich Irving bedient, ist sehr präzise, direkt, atmosphärisch und manchmal ziemlich verschachtelt. Oft ergibt ein solcher Satz erst dann Sinn, wenn man ihn ganz zuende gelesen hat.

Am Ende hat man wirklich das Gefühl, einen Mann sein halbes Leben lang begleitet zu haben. Irving lässt den Leser dabei nicht einfach im Zeitgefüge zurück, sondern holt einen immer wieder ab, indem er in der Gegenwart Erinnerungsfetzen und Parallelen einflechtet, andere Blickwinkel zurückliegender Ereignisse anbietet und damit das eine oder andere Geheimnis der Vergangenheit (von dem man gar nicht wusste, dass es eines war) ans Tageslicht bringt. Eine gelungene Geschichte, die Lust auf mehr von John Irving macht.

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