BUCH: AUFGETAUT

Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Autorin

Gut zu wissen:

Punkteverteilung:

   
  • Einbandgestaltung: 5 von 5
  • Orthographie: ohne Wertung
  • Ausdruck: 4 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 4,7 von 5

Band 1: Aufgetaut
Band 2: Horrorhamster
Band 3: List und Liebe
Band 4: (folgt)

Von Regina Mars habe ich schon ein paar Titel gelesen, aber wie die meisten schwulen Liebesromane bisher nicht rezensiert oder auch nur hier aufgeführt. Ich habe eine leidenschaftliche Schwäche für Gay Romance, aber meistens spreche ich nicht darüber und viele kommen über die Leseproben schon nicht hinaus. Das ist bei den Büchern von Regina Mars anders. Sie sind schön zu lesen und auch noch schön anzusehen. Die Cover, die sie selbst zeichnet, sind der Hammer.

Worum geht’s?

Henrik hat sich ein Ferien-Chalet in dem Skiort Ebernau gemietet. Der wohlhabende junge Mann schmeißt eine Party, an der er selbst aber keine rechte Freude hat, ebensowenig wie an seinen Gästen, die sich ihm an den  Hals werfen. Auch Moritz ist von ihm angetan und will ihm sogleich den talentiertesten Skilehrer von Ebernau vermitteln: seinen besten Freund Nils. Nils kann zwar das Geld dringend gebrauchen, aber auf keinen Fall wird er einem Schnösel von „oben“ Skiunterricht geben. Schon auf den ersten Blick erkennt er, dass Henrik ein arrogantes Arschloch ist, genau wie er gedacht hatte. Aber die Geldsorgen seiner Familie sind wichtiger als seine Prinzipien, und so willigt er schließlich ein …

Und wie war’s?

Schööön! Das winterliche Setting in dem Skiort verleiht der Geschichte schon einen heimeligen Anstrich (obwohl ich ja ein Küstenkind bin). Ich habe mich dort wohlgefühlt, ungestört und willkommen. Die Figuren wachsen einem schnell ans Herz, nicht nur Henrik und Nils, auch Nils Mutter und seine Geschwister. Und Marie, die ein Restaurant führt und das Chalet vermietet, in dem Henrik seinen Aufenthalt verbringt. Die Liebesgeschichte zwischen Henrik und Nils kommt natürlich nur langsam voran, immerhin hat Nils nicht vor, den Schnösel zu mögen und Henrik lässt seit einem Jahr ohnehin niemanden ernsthaft an sich heran. Das Aufeinanderprallen der sozialen Unterschiede funktioniert in Ebernau sehr gut, unten die schwer arbeitenden Normalos und oben die Superreichen, die hier Urlaub machen.

Wie in bisher jedem Roman der Autorin liegen Lachen und Weinen auch in „Aufgetaut“ immer nur wenige Seiten auseinander. Dass sich die Hauptfiguren hoffnungslos ineinander verlieben, ist von vornherein klar. Schön zu lesen ist deshalb vor allem der Weg dorthin – und der ist bei Regina Mars nie geradlinig.

Die Geschichte ist einfach geschrieben, nicht verschnörkelt, nicht künstlich aufgebauscht, einfach geradeheraus. Meistens schreibt sie so, wie die Protagonisten denken. Mit Gedankenstrichen und unvollendeten Sätzen. Mal aufgewühlt, mal stotternd und schüchtern, mal schnurrend und mal schluchzend. Als Leser war ich deshalb immer sehr nah dran. Das ist genau das, was ich an diesen Liebesgeschichten so mag.

Zur Bewertung:

Der Ausdruck ist gut. Die Struktur ist aufgrund der überschaubaren Komplexität gut nachvollziehbar. Rückblenden verleihen den Figuren Tiefe und beleuchten die geheimnisvollen Aspekte, die ihre Persönlichkeit ausmachen. Die Orthografie bewerte ich ja nicht bei Büchern, die selbst und ohne professionelles Lektorat herausgebracht werden, aber verstecken muss sich Regina Mars damit wirklich nicht. Ich erwähnte eingangs, dass es viele schwule Liebesgeschichten nicht über die Leseprobe hinaus in mein Bücherregal schaffen. Das liegt nicht selten an Schreibfehlern, die ich schon in der Leseprobe nicht mehr zählen wollte. Schon hier stechen die Romane von Regina Mars positiv heraus, und zusammen mit den Hammer-Covern konnte ich gar nicht anders, als sie zu kaufen und zu lesen. Unterhaltsam war die Geschichte allemal. Es war schön zu lesen, wie die Figuren sich zunächst gegen ihre Gefühle sträuben, schließlich aber ihre eigenen Mauern einreißen und sich unsterblich ineinander verlieben. Auch die Erotik kommt bei Regina Mars nie zu kurz. Im Gegenteil, da wird kein Detail ausgelassen und ihre Bücher eignen sich daher nicht für jede Altersgruppe. Schön sind sie trotzdem, nicht platt, nicht geradlinig, nicht absurd, aber immer herrlich intensiv.

Band 2 enthält Marcs Geschichte.

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