Zeitumstellung

Am Sonntag schlugen Gerd und ich fast zeitgleich die Augen auf. Es war schon helllichter Tag, kein Wunder, der Wecker zeigte eine ziemlich fortgeschrittene Uhrzeit an. Wir standen auf, genossen eine heiße Dusche, machten uns fertig und fuhren dann in meinem Wagen zu ihm nach Hause. Die Fahrt war angenehm, das Wetter traumhaft und mein Traummann an meiner Seite. Ich fühlte mich einfach glücklich!

Bei ihm zu Hause wurde es nicht langweilig. Im Gegenteil, es gab viel zu tun. Zuerst entsorgten wir die Einzelteile eines zerlegten Apfelbaumes. Es tat gut, mal wieder so richtig anpacken zu können. Wir stapelten die Baumteile in einem Schuppen zum Trocknen, bevor sie irgendwann kamingerecht zersägt werden sollen. Holzpfähle lagen auf einem zum Verkauf abgetrennten Grundstück herum und mussten ebenfalls trocken gelagert werden. Wir stapelten sie beim Pferdestall. Bei der Gelegenheit lernte ich Gerd’s Schwester und ihren Freund kennen. Die beiden sind mindestens so nett wie Gerd selbst und wir verstehen uns sehr gut. Ich hoffe, das bleibt auch so, wenn sie irgendwann erfahren, dass Gerd und ich ein Paar sind… Aber ich bin da ganz zuversichtlich. Wir halfen dabei, die neue Tür zum Pferdestall zu befestigen, und während ich mit einem Vorschlaghammer einen Pfahl in den Boden trieb, spürte ich erneut mein stolperndes Herz… Wie war das mit dem sinkenden Adrenalinspiegel…?

Die Arbeiten danach waren nicht so anstrengend, Gerd und ich inspizierten die Zäune der umliegenden Pferdekoppel. Die benachbarten Kühe haben die dumme Angewohnheit, die Zäune niederzutrampeln und sich bei den Pferden häuslich niederzulassen. Die beiden Pferde hingegen sind dann auf der Kuhweide zu finden. Also fingen wir die Pferde wieder ein und reparierten die Zäune notdürftig, wobei wir uns fragten, wie lange das wohl diesmal halten würde…

Es wurde schon bald dunkel, als wir uns auf den Weg zu dem Gestüt im Nachbarort machten, wo Gerd sich um sein Pflegepferd kümmerte. Heute ging es in die Reithalle, wo der Hengst sein Laufpensum absolvierte. Ich saß auf der Brüstung und sah den beiden zu wie sie eine Runde nach der anderen drehten, mal schnell, mal langsam, mal kreisförmig und mal über Kreuz.

Durch die Zeitumstellung von Samstag auf Sonntag wird es abends jetzt eine ganze Stunde früher dunkel als sonst. Und während sich kluge Köpfe immer noch über Sinn und Unsinn dieser Einrichtung streiten machten Gerd und ich es uns auf seiner Couch bei leckerer Pizza gemütlich und schauten uns „Pastewka in Russland“ auf DVD an, ehe wir dann… schlafen gingen.

 

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