Zahnarzt 1.5

Nach einem weiteren, anderthalbstündigen Zahnarztbesuch kam ich heute Abend relativ spät nach Hause. Das war mein vierter – nein fünfter – Zahnarztbesuch innerhalb von vier Wochen. Heute hat der Doc mit den blauen Augen die Wurzelkanäle zugeschüttet und den Zahn mit Kunststoff gefüllt. Inzwischen gehe ich fast gern zum Zahnarzt…

Während des Mittagessens bei der Stadtbäckerei saß ich neben einem sonderbaren Paar. Mein Grünfutter mümmelnd kann ich nicht verhindern, mehrere Gesprächsfetzen vom Nebentisch aufzuschnappen. Die arme Frau, die mir irgendwie depressiv vorkam, versuchte ihrem Mann zu erzählen, dass sie in der Firma auf der Abschussliste steht. Die arme Marita musste schon gehen, und sie sei ja auch so unbeliebt. Ihr Mann war voll konzentriert auf was immer er gegessen hat und schien ungeheuer fröhlich. Nachdem die Frau ihre Sorgen das dritte Mal wiederholt hatte, schien sie zu ihm durchdringen. Er war entrüstet! Und aß dann weiter. Sie versuchte es weiter: „Man sagt ja auch, die Feinde sitzen meistens in den eigenen Reihen. Die Feinde, sitzen in den eigenen Reihen! Hoffentlich erbt Inge meinen Schreibtisch, der ist doch so schön! Da wäre er gut aufgehoben!“

Während sie vor sich und ihren essenden Mann hintrauert, ist Wulfric am Boden zerstört. Wie jeden Mittag lese ich „die Tore der Welt“, und Gwenda erhält endlich ihre Chance, ihren Geliebten zu „trösten“. Zur Zeit kann ich gar nicht aufhören, in dem Buch zu lesen. Gerade jetzt, wo ich mir fast ein Dutzend neuer Bücher zugelegt habe, hänge ich mich an dem Wälzer auf. Es macht aber auch zu viel Spaß und ist – wie schon „die Säulen der Erde“ – hervorragend geschrieben.

Morgen findet unsere Abteilungsweihnachtsfeier statt. Wir werden gemeinsam kochen. Das wird bestimmt ganz lustig. Für den Schrotklapp habe ich eine alte, bunte Glasschüssel im Schrank entdeckt, die wir nie nie nie aufstellen würden. Ich glaube, sie war schonmal ein Schrottklappgeschenk…

Heute habe ich entdeckt, dass ich meinem Tagebuch Seitenzahlen zufügen kann. Das freut mich, denn das habe ich vor ein paar Wochen vorgeschlagen. Offenbar haben die Programmierer das umgesetzt.

Gestern waren wir wieder einmal bei IKEA. Eigentlich wollten wir nur ein Regal für das Schlafzimmer kaufen. Preis: 20 Euro. Letztlich haben wir 102 Euro ausgegeben, weil noch ein Bücherregal, ein Kissen und Kerzen dabei sein mussten. Irgendwas macht IKEA richtig… Zusammengebaut haben wir noch nichts, für das Schlafzimmerregal muss ich erst in den Baumarkt und Winkel kaufen und das Bücherregal macht beim Zusammenbau Lärm, das ist abends schlecht…

So, im Aquarium ist das Licht für heute erloschen und mein Engel ist auf dem Heimweg. So richtig Spannendes habe ich auch nicht zu erzählen, also: abschalten!

 

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