Winterstarre

Schon jetzt ist es draußen eisig kalt. Trotz blauen Himmels und bemühter Sonne schafft es mein Thermometer am Küchenfenster nicht über minus drei Grad hinaus. Und in den kommenden Tagen soll es noch viel kälter werden.

Zur Feier des trüblosen Tages habe ich mich heute Mittag in mehrere Klamottenschichten eingemummelt und bin zu einem Spaziergang aufgebrochen. Meine weiße Wollmütze tief über die Ohren gezogen und den Fellkragen meiner gefütterten Winterjacke hochgeschlagen stapfe ich los. Regungslos stehen die nackten Kastanienbäume am Wegrand und auch das Gras scheint in Winterstarre die russische Kältewelle zu erwarten. Ein Amselmännchen macht sich warme Gedanken und das Weibchen lässt sich anscheinend zu gern von ihm jagen. Der Sonne folgend zieht es mich wie schon im vergangenen Jahr rüber zu den Schrebergärten an der Au. Das Wasser ist zugefroren und wieder tummeln sich Enten auf dem Eis. Bei dem Anblick bekomme ich ganz kalte Füße…

Ich laufe den hartgefrorenen Sandweg entlang, in dem Fußgänger und Radfahrer in den matschigen letzten Tagen tiefe Spuren hinterlassen haben. Die Gärten sind verlassen, kein Gemüse wächst hier, keine Blumen. Die Dächer der kleinen Hütten sind mit Reif bedeckt und die toten Schornsteine zeigen mir, dass zu dieser Jahreszeit niemand hier ist. Das Gelände wirkt wie schlafend.

Während die Sonne schon in Richtung Dunkelheit aufgebrochen ist folge ich der langgezogenen Kurve. Auf der anderen Uferseite fahren Autos auf der Bundesstraße um meine Stadt herum, vermutlich auf dem Weg zum Kaffeebesuch.

Eigentlich sollte ich heute Nachmittag meine Nase dringend in meine Schulsachen stecken. Ich hänge mit meinem Lernstoff eine ganze Woche zurück. Aber ehrlich gesagt habe ich dazu heute überhaupt keine Lust, und so lasse ich es einfach bleiben.

Schon jetzt freue ich mich auf das kommende Wochenende. Am Samstagabend besuche ich mit meinem Engel und einer lieben Freundin eine Gala in Flensburg. Das wird bestimmt gut. Die Woche hingegen wird ganz übersichtlich. Ein neues Lernfeld wartet auf mich, so dass ich wieder nicht viel ins diary werde schreiben können.

Es geht mir gut. 🙂

 

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