Weinfest

:: schwarzfahrer

gestern fand das alljährliche weinfest in der stadt mit den hochhäusern statt. ich bin zu fuß zu meinen beiden freunden hier im ort und dann liefen wir zum bahnhof. für unser kleines städtchen war dort ungeheuer viel los. die schlange am ticketautomaten war so lang, dass wir bis zum eintreffen des kurzzuges nicht mehr drankamen. leicht nervös stiegen wir also ticketlos ein und setzten uns auf eine der längsbänke an den fenstern. zum glück kam kein kontrolleur und wir stiegen unbehelligt mit einem netten gruß vom lokführer für ein „schönes fest“ am zielort eine station später wieder aus. wir liefen die straße hinunter bis ins zentrum und steuerten die erste ansammlung auf dem „berliner platz“ an. der sänger der band, die dort auftrat, kam uns irgendwie bekannt vor, und bei genauem hinsehen erkannten meine freunde den nachbarsjungen aus ihrer siedlung. der kann singen und nett anzuschauen ist der auch noch.

:: rosé, silvaner, riesling, müller-thurgau & co.
dann gab’s den ersten wein. wir starteten mit einem rosé und begannen unsere große runde. vorbei an diversen wein-, wurst- und crêpes-ständen. anfangs zählte ich noch die bekannten gesichter, die mir auf dem weg ein „hallo“ zuwarfen. so traf ich einige arbeitskollegen, flüchtige bekannte und sogar meinen pensionierten personalchef, der mich sogar gleich erkannt hat – trotz cordhut. als die bekannten gesichter dann rudelweise auftraten hörte ich mit dem zählen auf – nach ein paar gläsern wein war das eh nicht mehr so zuverlässig. auf dem wochenmarktplatz spielte eine der örtlichen bands. naja „bands“ ist irgendwie nicht der passende ausdruck. sie nennen sich „börney und die tri tops“ ja. genau. und so war auch die musik. das beste auf dem wochenmarktplatz war der keeper eines cocktailstandes. weil wir gerade einen wein mit uns herumtrugen und wir den platz dann auch nicht länger als nötig belagern wollten, beschlossen wir, uns später einen cocktail zu holen. wir zogen also weiter und als die erste runde komplett war setzten wir uns am „berliner platz“ auf die steinstufen zu vielen anderen leuten und gönnten unseren füßen eine pause.

:: freunde

bei unserer zweiten rundtour trafen wir noch einige freunde mehr, blieben also mal hier und mal dort stehen um in wilden umarmungen übereinander herzufallen. einige habe ich schon eine ganze weile nicht mehr gesehen und so freuten wir uns besonders über die begegnung. diese ganze truppe, von denen ich gleich ein paar neue leute kennen lernte, trafen wir noch öfter an dem abend. peter heißt einer von denen, die ich vorher noch nicht kannte. er war wirklich sehr nett und hatte eine so… gewinnende art. er bestand darauf, dass wir mit ins alte lichtschauspielhaus zur after-show-party kämen. wir sagten natürlich sofort „ja“, aber da gab’s ein kleines problem: die eine hälfte unserer inzwischen ziemlich umfangreichen truppe wollte zum zeltfest, die andere hälfte ins „licht“. es gab ein ewiges hin und her.
unser letzter zug nach hause war inzwischen vor einer halben stunde abgefahren, als wir beim alten kino ankamen. wir löhnten jeder drei euro und suchten uns die besten plätze, orientierten uns kurz, checkten die leute ab und holten uns dann erst mal was zu trinken. die musik, die dort gespielt wurde, war etwas… gwöhnungsbedürftig. meine freundin u. und ich wollten so gern tanzen, aber aus den lautsprechern drang doch sehr alternativer stoff. dennoch, irgendwann beschlossen wir, die beiden mädels auf der tanzfläche zu unterstützen und machten mit. etwas zögerlich kam dann irgendwann noch der eine oder andere hinzu und nach einer anlaufzeit war bald kein platz mehr auf der tanzfläche.

:: heimweg

um kurz nach drei liefen wir drei zurück zum bahnhof und hatten glück, gerade kam ein taxi, das uns dann nach hause brachte. mit der bahn hätten wir grad mal ein fünftel davon bezahlt, aber die nächste bahn sollte erst gegen fünf uhr fahren. um halb vier stand ich dann zu hause unter der dusche. die luft im alten kino war wirklich irgendwann schon eklig. rauch, schnaps und schweiß sind eine unschöne mischung, die auf solchen partys aber wohl unvermeidlich ist.
mein auto hat heute ebenfalls seinen weg zurück nach hause gefunden. nachdem ich den wagen vor ein paar wochen meinen eltern geliehen habe, bekam ich es heute zurück – um 11 uhr morgens. das telefon bimmelte und erstaunlich fit sprang ich aus dem bett, wetzte über den flur ins arbeitszimmer und rief mit heiserer stimme meinen namen ins telefon. eine knappe stunde später stand mein kleiner gelber wagen wieder auf meinem parkplatz.
wenn ich also schon mal wach war, konnte ich es auch gleich bleiben. wäre schade gewesen um den schönen tag. als ich meinen standard-chatroom betrat wurde ich mit einem netten gruß empfangen: „na, wieder nüchtern?“ es war dennis aus der stadt mit den hochhäusern. er ist ein netter gesprächspartner, echt knuffig… und wir haben uns offenbar auf dem weinfest getroffen… als er mir half, meine erinnerungen aufzufrischen fiel es mir dann auch ganz langsam wieder ein.

es war ein wirklich schöner abend mit wirklich vielen freunden und wirklich viel wein. gut, dass ich meine grenzen kenne, denn ich erfreue mich heute bester verfassung – was dennis nicht von sich behaupten kann.

 

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