Wechselhaft

Ich hatte mir den Wecker auf kurz vor neun Uhr gestellt, damit ich meinen ersten Urlaubstag nicht verschlafe. Es ist ganz still im Haus, selbst die beiden Kuschelkater liegen noch schlummernd verteilt auf dem größten Teil meiner Bettdecke. Das Bett links von mir ist verwaist, Engelchens Urlaub ist vorüber. Jetzt darf ich.

Es ist halb neun, als ich meine Füße aus dem Bett schwinge und auf den roten Teppich vor meinem Bett stelle und erst einer und dann ein zweiter Kater hinterherspringen. In Begleitung schlendere ich in unser winziges Bad.

Nicht mal eine halbe Stunde später stecke ich die Speicherkarte in meine Kamera. Entgegen den Vorhersagen überrascht mich ein blauer Himmel, der nur spärlich von kleinen weißen Wölkchen dekoriert ist. Flugs schiebe ich mein neues Fahrrad aus dem Keller und mache mich auf den Weg in die Innenstadt. Trotz Sonnenschein ist es mächtig kalt und ich bin froh, meine schwarze Wollmütze und die schwarzen Handschuhe zu tragen.

Ich überquere die Trave von Norden her und bleibe am Burgtor stehen. Die Morgensonne steht günstig für ein paar Aufnahmen.

Weiter radele ich durch holprige Altstadt-Gassen bis zum Bäcker. Wo ich sonst nur drei Brötchen kaufe und wieder verschwinde, genehmige ich mir heute ein anständiges Frühstück. Von meinem Fensterplatz aus habe ich einen guten Blick auf die belebte Straße, beobachte Lieferwagen, die die Geschäfte mit neuen Waren versorgen, Menschen, die gerade zur Arbeit gehen und Mütter, die bunte Kinderwagen spazieren fahren.

So gestärkt mache ich mich auf den Weg in die Buchhandlung. Nachdem ich den zweiten Band der „Tribute von Panem“ gestern Abend ausgelesen habe, brenne ich darauf zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht.

Die meiste Zeit des restlichen Tages habe ich im Garten verbracht, mit einem Abstecher zum Baumarkt. Inzwischen ist das Wetter aber so unstet geworden, dass sich Sonne, Regen und sogar Schnee abwechseln. Deshalb habe ich mich inzwischen nach drinnen verzogen und werde gleich in mein neues Buch abtauchen.

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