Was bisher geschah…

Seit meiner letzten richtigen Wortmeldung – von einer Buchrezension einmal abgesehen – sind eine Menge Dinge geschehen, die aufzuschreiben ich sicher nicht in Gänze werde nachholen können. Aber um wenigstens mich zu einem späteren Zeitpunkt einigermaßen an die Geschichte anknüpfen zu lassen, versuche ich doch, die wichtigsten Kapitel in ein paar Worte zu kleiden.

Als ich Ende Mai 2015 den letzten Eintrag in mein Tagebuch schrieb, noch von den Eindrücken des Sommerfeuerwerks über dem neuen Museum beseelt, hatte ich die siebte Woche an meinem neuen Arbeitsplatz hinter mich gebracht. Die mitgenommene Aufgabe erfüllte ich mit großer Hingabe, aber neue Beschäftigungen, die meinen Tag ausfüllten, ließen lange auf sich warten. Und so begann ich schon am sehr frühen Vormittag, regelmäßig auf die Uhr zu schauen. Mein Überstundenkonto war auf Diät und mein Energielevel nahm mangels Beschäftigung ebenso stetig ab.

Da kam mir der Urlaub im Juni wirklich gelegen. Anders als sonst zog es meinen Freund und mich diesmal aber nicht in den Norden. Wir bestiegen stattdessen einen Hochgeschwindigkeitszug nach Österreich und verließen ihn elf Stunden später in der Wiener Bahnhofshalle. Wir verbrachten eine knappe Woche lang interessante Tage in einer wunderschönen Stadt, in Schlössern, Museen, im Wienerwald, bei Schokoladentorte und Kaiserschmarrn, in Parks und auf Prachtboulevards. Die Nächte verweilten wir in einem hochmodernen Fünf-Sterne-Hotel, zu der Zeit das höchste Gebäude Wiens.

Zurück in der Heimat plätscherte der Rest des Sommers dahin. Wir versuchten mit zunehmender Ernsthaftigkeit, eine Immobilie zu finden. Ein Haus mit Garten, zwei Obstbäumen und dazwischen einer Hängematte. Danach hielt ich Ausschau. Eine Doppelhaushälfte durfte es auch sein, meinetwegen auch ein Reihenendhaus. Die Suche war schwierig, die Angebote in Reichweite mickrig. Wir waren schon bereit, uns von der Marzipanstadt etwas zu entfernen, um bezahlbare Objekte zu erwischen. Doch auch zwölf Kilometer weiter „draußen“ fanden wir kein für uns erschwingliches Objekt, das seinen Preis wirklich wert gewesen wäre. Kein Wunder, dass wir schon dazu übergingen, uns eine Stadtwohnung anzusehen. Diese Wohnung lag mitten an einer großen Kreuzung, am Ende der Straße, für die wir uns vor acht Jahren schon einmal interessiert hatten. Gegenüber ein Park, ein Fluss, eine Brücke und dahinter die Altstadt. Warum erzähle ich das so genau?

Nachdem ich am Samstag im Maklerbüro einen Besichtigungstermin vereinbart hatte, betraten mein Freund und ich keine 60 Stunden später das Gebäude, in dem sich die besagte Wohnung befand. Die junge Maklerin führte uns zunächst in die freie Wohnung auf der linken Seite und dort zuerst auf die riesige Balkonterrasse. Vor meinem Auge erschienen Palmen in großen Töpfen, Lampions, ein Profi-Grill, ein Jacuzzi und so weiter. Mein träumerisches Ich rief „Jaaaaa!“, aber mein Freund, der sich den Rest der Wohnung bereits angesehen hatte, sagte kopfschüttelnd „Neeeein!“. So viel Platz, wie meine Träume draußen hatten, so wenig Platz blieb zum Wohnen. Der Rest der Wohnung war für uns viel zu klein.

Also gingen wir durch die nächste Eingangstür in das eigentlich anvisierte Ziel. Frisch saniert und renoviert präsentierte sich uns eine großzügige Wohnung mit breiter, hoher Fensterfront. Die Nachmittagssonne lachte uns zu. Vom Straßenverkehr war drinnen nichts zu hören. Eine weiße Treppe führte ins Obergeschoss mit einem Bade- und zwei weiteren Zimmern und jedes bot einen herrlichen Ausblick auf den kleinen Park und das naheliegende Gewässer, auf dem gerade ein Ausflugsboot vorbei schipperte. Wir hatten uns bereits heimlich entschieden, die Wohnung zu kaufen, noch ehe die Maklerin nach der Besichtigung die Tür hinter uns geschlossen hatte.

Exakt drei Monate später zogen wir ein.

Direkt im Anschluss begann es für mich im Büro arbeitsreicher zu werden. Das bedeutete eine enorme Umstellung für mich. Plötzlich musste ich Dinge neu lernen, zu denen ich bis dahin keinen Zugang hatte. Das war anstrengend. Während die Tage zusehends kürzer wurden, musste ich mich an die neue Wohn- und Arbeitssituation gewöhnen. Freunde wie Familie blieben dabei mal wieder auf der Strecke.

Das neue Jahr begann bei mir mit wahnsinnig viel Arbeit und fütterte mein abgemagertes Überstundenkonto schon im Januar mit fast anderthalb Wochen im Voraus geleisteter Arbeit wieder auf. Die Energie ist zurück und ich freue mich auf das Jahr, das jetzt, wo die Tage bereits wieder deutlich länger werden, allmählich an Fahrt aufnimmt.

Was meinen Blog betrifft, so muss ich nur noch einige technische Schwierigkeiten lösen, die mir das Layout und die Struktur zerlegt haben. Und daran soll es nicht scheitern.

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