Verbindungen

Mit der Vorweihnachtszeit verbindet man ja so manches. Weihnachtsmärkte, Geschenke shoppen, mioonen von bunten Lichtern und vieles mehr. Meine Weihnachtsfeier habe ich schon am Nikolaustag hinter mich gebracht, am letzten Freitag folgte die von meinem Engel. Firmensitzbedingt reisten wir dazu in die schöne Hauptstadt. Berlin haben wir ja zuletzt 2007 erlebt, wenngleich wir damals nicht viel Zeit zum Bestaunen hatten.

Die Festivitäten fanden in einem Hotel im Stadtteil Prenzlauer Berg statt. Ich durfte zwar als Anhang nicht mit auf die Feier, hatte mir aber vorgenommen, mit Kamera und Stativ loszuziehen und ein paar schöne Nachtaufnahmen von der Stadt zu schießen. Die übrigen Anhänger samt Cuba libre ließ ich vorübergehend in der Hotellobby zurück und machte mich allein auf den Weg.

Die Stadt zeigte sich mir an diesem Abend von ihrer unterkühlten Seite. Die meisten ihrer Gebäude hatten deshalb ihre obersten Stockwerke in dichten Nebel eingepackt. Nachdem ich mir Kleingeld für die Tram besorgt und mir die richtige Verbindung herausgesucht hatte, fuhr ich ein paar Stationen, um am Alexanderplatz wieder auszusteigen und die Straßenbahn durch den bunten Trubel des Weihnachtsmarktes ohne mich weiterfahren zu lassen. Einen ungehinderten Blick auf die Gebäude am „Alex“ hatte ich dank der vielen Buden nicht und je höher ich die Kamera hielt, desto mehr wurde die Architektur vom Nebel verschluckt. Ich zog also ein Stückchen weiter und nahm ein schlankes Leuchten wahr, das sich in den Himmel reckte und als Fernsehturm entpuppte. Die Kugelspitze konnte mich dank des Nebels natürlich nicht sehen.

Wenig später gelangte ich in die Friedrichstraße. Hier reihte sich ein Geschäft an das andere, von teuer bis sehr teuer. Es war bereits kurz vor Ladenschluss, als ich noch schnell die Galeries Lafayette besuchte und ein Beweisfoto schoss. Der kälter werdende Abend führte mich weiter zum Friedrichstadtpalast. Selbst in den schönsten Farben leuchtend und funkelnd wurde er links und rechts von blauen Märchenwäldern flankiert. Die einzigen Batterien meiner Kamera begannen bereits zu schwächeln, als ich am Gendarmenmarkt vorbeikam und schleunigst den Weg zum Brandenburger Tor antrat. Das Tor selbst lag in voller Breite beleuchtet vor mir. Auf dem Vorplatz stand ein gigantischer Weihnachtsbaum und viele, viele Leute unterhielten sich in vielen, vielen Sprachen und schossen eine ganze Menge Fotos von sich, ihren Liebsten und der wunderschönen Kulisse.

Meine Kamera hatte längst ihren Dienst versagt, als ich mich auf den Weg zu den anderen machte, die mittlerweile im Hofbräuhaus am Alexanderplatz eingekehrt waren. Nachdem ich die vier Männer unter den tausenden Gästen gefunden hatte, tauchte ich in die Stimmung und in die erste Maß Bier ein…

Wie schon beim letzten Mal blieb uns am Tag darauf nicht viel Zeit, die Stadt bei Tageslicht zu erkunden. Eine knappe Stunde, nachdem wir am frühen Abend wieder zu Hause in der Marzipanstadt ankamen, machten wir uns frisch herausgeputzt auf den Weg zu einem dreißigsten Geburtstag. Die rustikale Familienfeier unseres Nachbarn fand in einem Restaurant gute zehn Autominuten von uns entfernt statt. Gutes Essen, laute Musik, freie Getränke und nach Mitternacht mioonen von Kronkorken später fielen wir irgendwann erschöpft in unsere Betten und waren richtig froh, dass heute erst Sonntag ist…

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