Überraschungen

Gerade jetzt sitze ich an meinem silbernen Flachbildschirm im Schein meiner Schreibtischlampe, habe meine breiten, schwarzen Kopfhörer auf und lausche dem inspirierenden Gesang von James Blunt. Ganz entfernt schleudert geräuschvoll meine Waschmaschine. Es ist Freitagabend und ein engelloses Wochenende steht bevor. Gerd ist noch in Salzburg und kehrt erst am Sonntagabend zurück an die Ostküste.

Mir ist gerade etwas kalt, vielleicht sollte ich doch etwas mehr anziehen… Draußen wird es wieder frostig in dieser schwarzen und nebligen Nacht und in aller Frühe darf ich am nächsten Morgen wieder mein kuschliges Bett verlassen und zu neuen Studien in die Landeshauptstadt fahren.

Die letzten Tage hatten ein paar Überraschungen parat. Mein Großvater ist gestorben. Genauer gesagt der Vater meines Stiefvaters. Ich hatte keinen Bezug zu ihm und habe ihn auch seit Jahren nicht gesehen. Im Grunde kannte ich ihn gar nicht und er mich schon gar nicht.

Ich habe eine Nachbarin. Eigentlich habe ich 47 Nachbarn, aber nur eine von ihnen hat mir in dieser Woche ein ganz besonderes Photo geschenkt. Es zeigt meine Mum und meinen Dad… Es ist das einzige Photo von meinem Dad, das ich besitze, jemals besessen habe und je besitzen werde. Dass meine Eltern gemeinsam auf dem Bild zu sehen sind bedeutet, dass es vor mindestens 26 Jahren entstanden sein muss. Auf seiner Beerdigung im vergangenen Jahr habe ich oft gehört, dass ich ihm sehr ähnlich sehe. Wenn ich das Photo so betrachte, dann stimmt das. Nur mein Modegeschmack ist besser. Meine Nachbarin wohnt erst seit wenigen Monaten mir gegenüber und wie es der Zufall so will war sie vor langer Zeit mit meinen Eltern befreundet…

Mit meiner lieben Freundin MK war ich am letzten Sonntag in Kiel unterwegs. Nach dem Besuch bei meinem Engel am Samstag und Sonntagvormittag hatte ich noch einen ganzen Sonntagnachmittag zur Verfügung. Während wir zu dritt am Samstag die Gala in Flensburg genossen, verbrachten MK und ich einen gemütlichen Nachmittag mit einem Spaziergang und einem guten Film.

Der Spaziergang führte uns durch den selbst zu dieser Jahreszeit belebten Schrevenpark mitten in Kiel. Der von großen Bäumen gesäumte See lag zugefroren vor uns und wir wagten ein paar Schritte auf die tragende Eisfläche. Die vielen Fußspuren zeugten davon, dass schon viele andere vor uns diese Idee hatten. Mein Magen knurrte, während sich die Sonne langsam auf die Häuser vor uns hinabsenkte. Wir umrundeten den See, bestaunten bunte Wasservögel und kehrten später beim Pizzamann an der Ecke ein, um uns mit dem duftenden Abendessen den Film „Chocolat“ anzusehen.

Landeshauptstadt Kiel

Heute Abend gab es eine weitere Überraschung: Irmgildes ist zurückgekehrt! Willkommen zurück Irmi! Fast ein Jahr hat es gedauert, aber es gibt Menschen, auf die es sich zu warten lohnt!

Nach einem etwas hektischen Abend werde ich mir jetzt ein Buch schnappen und mich auf die wohlverdient faule Haut legen.

Gute Nacht!

 

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