Stürmisch

Heute biegen sich die Äste der großen Bäume vor unserem Haus im Wind. Zwar scheint noch immer die Sonne, aber Wolken ziehen auf und spätestens morgen soll es regnen. Der letzte angekündigte Regen dauerte ganze zwanzig Minuten…

Ich bin heute nicht zur Arbeit gefahren. Als ich morgens die Augen aufschlug drehte sich das Schlafzimmer um mich herum wie ein Karussell. Ich schloss die Augen wieder, aber es wurde nicht besser. Es drehte sich immer schneller und bald wurde mir übel. Ich atmete ruhig ein und aus und nach einiger Zeit wurde es ein wenig besser. Schweiß bedeckte die Haut meines fast nackten Körpers. Mein Freund schlief noch. Vorsichtig drehte ich mich auf die Seite. Es war halb sieben und schon nahm der Raum um mich herum wieder Fahrt auf. Ich stand auf, musste mich festhalten und wankte ins Bad. Der Atem ging schwer und kurz darauf hing ich über der Schüssel…

Ich hasse es, dem Chef eine Mail zu schreiben, weil ich nicht zur Arbeit kommen kann. Aber was sein muss… Begeistert war er bestimmt nicht, aber ich kann ja schlecht das Büro vollreihern.

Engelchen ist inzwischen bei der Arbeit. Wir mailen hin und her. Das Schwindelgefühl hat sich gelegt und ich habe es gewagt, Hühnersuppe zu löffeln. Tg will kündigen. Er sagt, die Arbeit mache ihn krank. Gleichzeitig sieht er keine Alternative – oder will er sie nicht sehen? Für seinen alten Beruf hält er sich für zu alt (er ist 29). Er müsste wieder neu lernen, weil die Lehre schon ein paar Jahre her ist. Er glaubt nicht, dass er eine Chance hat. Vielleicht sollte er eine Therapie machen. So eine, die mir geholfen hat, mich zu verändern. Ich bin heute wieder froh und glücklich, aber wenn mein Engel nicht glücklich ist, hilft mir das auch nicht.

 

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