Stationen

Da geht es hin, das Wochenende. Gestern noch tanzten verspielte Schneeflocken vom Himmel und lösten sich am Boden in kalte Wassertropfen auf. Heute wischte die Sonne den Himmel blitzblank und erinnerte mich daran, dass die Fenster dringend geputzt werden müssten.

Schneeweißer Kater

Aber nicht heute, denn Engelchen und ich genossen am Nachmittag den Sonnenschein in der Innenstadt. Ich bewaffnete mich mit meiner Kamera, Mütze und Handschuhen und bald darauf saßen wir im Café bei White Chocolate Mocca und Orange Spice Latte. Vor uns am Fenster aß eine Familie ihren Kuchen, während der Jüngste im Kinderstuhl an einem Reis-Cräcker knabberte und in die Sonne blinzelte. Als ich vorschlug, eine der Marzipankirchen zu erklimmen und von der Aussichtsplattform Photos zu schießen, schauderte meinem Freund bei dem Gedanken an den eisigen Wind, der dort oben wehen musste. Allem Schaudern zum Trotz löhnte jeder von uns drei Euro, stieg in den Aufzug und schon waren wir oben. Bei dem Wetter ist die Aussicht wirklich klasse!

Zur einen Seite sahen wir zwei Kirchen und unsere Wohngegend, zur anderen eines der Gewässer, das die Innenstadt umfließt. Überall kleine Häuschen, dicht an dicht mit kleinen Innenhöfen und schmalen Gängen, in denen im Sommer wieder Wein rankt und kleine hölzerne Bänke an die Wand gestellt werden. Ein Stücken sind am Ufer waren drei moderne Wohngebäude inzwischen fertiggestellt – nicht hübsch, aber sicher sehr teuer. Zugegeben, lange hielten wir es dort oben nicht aus, denn der Wind, der ungebremst auf die Aussichtsplattform traf, war wirklich sehr eisig.

Und so waren wir schon bald wieder zu Hause, um uns zu wärmen.

Während für meinen Engel erst morgen Wochenende ist, darf ich wieder früh hoch und zur Arbeit fahren. Da fällt mir ein, ich habe die Stelle, auf die ich mich im Dezember beworben hatte, nicht bekommen. Damit geht auch der Optimismus baden, dass mein Vertrag verlängert wird. So bleibt mir nichts anderes übrig, als im Februar – also jetzt – zum Arbeitsamt zu gehen und mich arbeitssuchend zu melden. Zum ersten Mal. Irgendwie aufregend, wenn auch nicht besonders schön…

Am kommenden Samstag habe ich schon wieder Geburtstag. Einunddreißig zu werden erscheint mir gar nicht mehr ganz so schlimm wie der Dreißigste. Mit zwei befreundeten Pärchen werden wir bei uns zu Hause einen gemütlichen Abend verbringen und uns an handgemachtem Fingerfood gütlich tun.

Zu guter Letzt für diesen Tag gibt es ein kleines Update auf die beiden Katerchen. Sie wachsen so schnell, und wenn man nicht aufpasst, vergisst man, die einzelnen Stationen festzuhalten. Also hier ist Neelix, neuneinhalb Monate nach seiner Geburt:

Kater Neelix, 2008

 

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