Spiegelbilder

Die erste von zwei Wochen Urlaub ist schon rum – viel erlebt habe ich noch nicht. Das liegt nicht nur daran, dass mein Engel noch arbeiten musste, sondern auch am miesen Wetter. Die dicken fetten grauen Wolken sah ich mir zumeist lieber vom Bett aus an, einen Fuß nach draußen zu setzen kam mir schon gar nicht in den Sinn.

Heute Morgen sah es dann endlich ein wenig anders aus: Sonnenschein und Vogelgezwitscher weckten meinen Freund und mich aus dem tiefen Schlaf. Die beiden Kater, die vor Stunden schon aufgestanden waren, schnarchten inzwischen schon wieder in ihren Bettchen.

Gegen Mittag quälten wir uns über die Autobahn nach Hamburg. IKEA ist bei uns ein beliebtes Ausflugsziel, und heute wollten wir neue Bambusrollos für die beiden Wohnzimmerfenster kaufen. Schon auf Höhe der Anschlussstelle Billstedt ging nix mehr. Trotz dreier Spuren höchstens Schneckentempo. Aber was soll’s, wir haben ja Urlaub und jede Urlaubsreise – und sei es auch nur ins Möbelgeschäft – muss wohl im Stau beginnen.

Weil wir zum Frühstücken nicht mehr gekommen waren visierten wir als erstes das IKEA-Restaurant an. Ich wagte mich heute mal an etwas ganz exotisches: einen Grillteller! Schatzi, etwas weniger wagemutig, hielt sich traditionell an die schwedischen Hackbällchen. Der Laden war ziemlich voll, es scheint heute viele Mütter mit ihren – nicht mehr ganz so kleinen – Söhnen zum Möbelkauf gezogen zu haben… So mancher Stammhalter konnte einem wirklich leidtun. Die eigentliche Möbelausstellung sieht nicht großartig anders aus als bei unserem letzten Besuch, und so waren wir schnell durch. In der Warenabteilung schoben wir uns mit einem Einkaufswagen bis zu den Gardinen und Rollos voran. Erster Gang – nix. Weiße Gardinen, Holzjalousien, Leinwände. Nächster Gang: rosa Kissen – häh?! Als wir alle Gänge der Abteilung abgesucht hatten kamen wir zu dem ernüchternden Schluss: es gibt keine dunkelbraunen Bambusrollos bei IKEA in Hamburg-Moorfleet.

Natürlich gingen wir trotzdem um 67 Euro leichter aus dem Laden. Irgendwas findet sich ja immer… Zurück in der Marzipanstadt, nach diversen Schneeregen-Schauern auf der Autobahn, besorgen wir zunächst einen Gutschein für B. Er hatte am letzten Mittwoch Geburtstag und am Samstag haben wir gefeiert. Eine Wunschlaterne wie zu Silvester gab es diesmal zwar nicht, dafür aber zwei leckere Gerichte aus dem Wok.

Dass ausgerechnet heute Eva Herrmann wieder einen geistigen Furz losgelassen hat passt thematisch zu einem Online-Artikel eines bislang namhaften deutschen Magazins. Hier schreibt das Blatt über die letzte DSDS-Episode vom Samstag. Der Vorschlag, die Show in „Deutschland sucht den Supermigranten“ umzutiteln ist nur der Beginn einer Tirade auf dem Rücken der Teilnehmer, die in diesem Jahr vielfältige kulturelle Hintergründe haben. Dass der Afrodeutsche hier 500 Prozent bringen wollte wird vom Autor ebenso spitz hervorgehoben wie der Umstand, dass er nun zurück ins wahre Leben muss, als „Gabelstapler oder Dachdecker“. Von der eigentlichen Aussage mal abgesehen: seit wann ist Gabelstapler ein Beruf?! Auch Thomas Godoj kommt nicht zu kurz und wird vom Magazin als arbeitsloser Deutschpole exponiert. Diese und etliche weitere Tiraden auf die nicht deutschstämmigen Kandidaten haben mich verärgert. Immerhin heißt die Show nicht „Deutschland sucht den deutschen Superstar“.

Nachdem also die erste freie Woche einigermaßen ereignisfrei verstrichen ist, bin ich gespannt auf den zweiten Teil…

 

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