Sonne, Frösche, x-men

:: sonnenuntergang

in den fenstern eines hochhauses, fast 20 km von hier entfernt, spiegelt sich das licht der untergehenden sonne und blendet mich. wenn sich die sonne auf dieses niveau herablässt ist das ein erstes anzeichen dafür, dass der tag langsam zuende geht. und das ist ok so, denn je schneller der montag vorbei ist, desto schneller kommt das nächste wochenende. wenn es mindestens so gut wird wie das jüngst vergangene, dann ist alles in ordnung. ich hatte eine menge spaß und eine menge erholung, wenn es insgesamt auch nichts weltbewegendes war, genau so muss ein wochenende sein. nach dem kirschblütenfest am freitag nutzte ich den samstag zur entspannung. eigentlich hätte ich noch viel zu tun gehabt, aber ich hab alles stehen und liegen gelassen. nur einen einkauf habe ich vormittags erledigt. zwar regnete es draußen wie aus einer gießkanne, aber das scherte mich nicht. ich griff meinen regenschirm, meine tasche und meinen cordhut und machte mich auf den weg. draußen war es angenehm warm, kein wind wehte, nur der frühlingsregen fiel senkrecht vom himmel. ich konnte gerade noch an mir halten um auf dem weg unter den mächtigen kastanienbäumen zum supermarkt nicht „singing in the rain“ zu trällern. als ich meine einkäufe erledigt hatte und den markt wieder verließ, strahlte die sonne von einem blankgeputzten blauen morgenhimmel. vögel zwitscherten und die nasse straße dampfte, während autos hin und wieder krachend und spritzend die wasserpfützen auseinanderstießen.

:: easy easy

weil der samstag so entspannend war erwachte ich am frühen sonntagmorgen zum ersten mal gegen fünf uhr. die sonne war bereits aufgegangen und schickte ein paar strahlen durch mein schlafzimmerfenster, um mich unter der nase zu kitzeln. ich blinzelte mit einem auge und lächelte breit, als ich durch das bambusrollo den blauen himmel erkannte. wer jetzt glaubt, dass ich um fünf uhr aufgestanden bin, nur wegen ein bisschen blauen himmel, der kennt mich schlecht. natürlich schlief ich grinsend und alle viere von mir gestreckt wieder ein, voll bewusst, dass es heute keinen weckruf geben würde. wie das in solchen situationen immer so ist, gerieten die träume ziemlich durcheinander und vier stündchen später erwachte ich aus einem. das grinsen war zwar aus meinem gesicht verschwunden, aber die sonne schien immer noch. ich stieg aus meinem bett, öffnete das fenster und ließ die erstaunlich warme sonntagmorgenfrühlingsluft herein. wundervoll! ein kleines frühstück, eine dusche und dann packte ich eine getränkeflasche und meine derzeitige lektüre in meine tasche, schnappte mir meinen cordhut und verließ das haus. fröhlich lief ich gegen halb zehn die straße hinunter, bog noch vor dem supermarkt links ab und betrat den kiesweg, der an den schrebergärten entlang der kleinen au vorbeiführt. auf dem hausboot sah ich zum ersten mal die bewohner, die irgendwelche taue neu befestigten und das deck schrubbten. radfahrer fuhren mit einem morgendlichen „moin!“ an mir vorbei und das anwesen auf der anderen uferseite lockte ein paar enten an. die luft war angenehm frisch und gleichzeitig warm. ich suchte nach einer passenden uferstelle, an der ich mich niederlassen und in meinem buch lesen konnte. ich bog um eine ecke und entdeckte eine grob aus einem baumstamm geschlagene bank. als ich mich ihr näherte, hörte ich lautes gequake aus dem seerosentümpel, der direkt dahinter lag. als ich die bank erreichte, verstummten die vielen frösche darin und schienen zu warten, bis ich wieder von dannen zog – aber mir gefiel’s hier und ich ließ mich nieder. ich zog die jeansjacke wieder aus, nahm den hut und die tasche ab und packte mein buch aus, eine sehr einfache und unterhaltsame liebesgeschichte, die mich durchaus fesseln und begeistern konnte – teilweise etwas zu sehr, denn mal saß ich laut lachend da und mal verbrauchte ich eine halbe packung tempos… ich achtete natürlich sorgsam darauf, dass in solch überströmenden momenten niemand des weges kam – wär ja peinlich gewesen, zumal ich in diesem ort arbeite! die frösche ließen sich durch mich längst nicht mehr stören und setzten ihr frühlingskonzert eifrig fort, während ich neben ihnen auf der bank saß. hin und wieder kamen leute vorbei – meist rentner, gaben irgend einen kommentar bezüglich der tierischen sangeskünste ab und stellten sich dann an den rand des tümpels. ziemlich alle waren beleidigt, dass das konzert augenblicklich unterbrochen wurde, und zwar so lange, bis sie sich wieder trollten. und ich fühlte mich dabei von den neugierigen rentnern auch noch mehr gestört als von den fröschen…
gegen mittag hatte ich das buch fast durchgelesen, aber den letzten rest wollte ich mir noch aufsparen, also packte ich meine sieben sachen und ließ die frösche allein bei was auch immer sie dort taten.

:: konzertnachwirkungen?

den nachmittag verbrachte ich mit kopfschmerzen im schlummerzustand auf meiner blauen couch im wohnzimmer. abends war ich mit zwei freunden zum grillen verabredet und schluckte deshalb gegen meine gewohnheiten eine aspirin. zum essen waren die schmerzen dann auch passé und es wurde ein gemütlicher abend, den wir mit einem einfachen film (x-men 2) beschlossen. gegen mitternacht wurde ich dann im angesicht des drohenden montages auch müde und meine freunde begleiteten mich nach hause. echt mal schön, so ein ruhiges wochenende.

 

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