Sommerloch im Frühling?

Es fühlt sich so an, als hätte ich mich in meinem Blog schon ewig nicht sehen lassen, und tatsächlich sind seit meiner letzten Wortmeldung schon vier Wochen vergangen. Vier Wochen, in denen es Sommer geworden ist. Vier Wochen, nach denen es um halb elf abends noch hell draußen ist. Vier Wochen, in denen die Welt nach wie vor in Bewegung ist.

Aktuell durchleben wir etwas, das gemeinhin als „die Gurkenkrise“ verharmlost wird. Offenbar tragen verschiedene Gemüsesorten den gefährlichen EHEC-Darmvirus. Zuerst sollte er von spanischen Gurken stammen. Oder vielleicht von Tomaten? Blattsalat? Oder vielleicht doch nicht aus Spanien sondern aus Holland? Oder Hamburg? So richtig viel scheint man über den Auslöser einer Epidemie, die schon mehrere Tote gefordert hat, nicht zu wissen. Am kommenden Montag gibt es eine inoffizielle Krisensitzung im Kanzlerinnenamt, derweil die spanischen Gurkenbauern ihrem Land in die Pleite folgen und unserem Land deswegen mit Verleumdungsklagen drohen.

Berlin war jüngst auch Ort einer Entscheidung von wesentlicher Tragweite. Dem massiven Druck der Bevölkerung nachgebend haben sich die in der aktuellen Politik mitmischenden Parteien auf einen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2022 verständigt. Vorläufig endgültig. Die ältesten Anlagen bleiben schonmal gleich vom Netz. Der Schaden für die noch regierenden Christdemokraten ist nach dem Fukushima-Atomunglück gewaltig, denn nur wenige Monate zuvor hatten sie gerade erst den Ausstieg aus dem Ausstieg beschlossen. Wer rechnet auch damit, dass solche Dinger plötzlich außer Kontrolle geraten und ganze Landesteile verstrahlen…?!

Außer Kontrolle geraten offenbar auch die militärischen Anstrengungen in Afghanistan. Ach ja, Bin Laden wurde kürzlich von amerikanischen Geheimdienst-Agenten in Pakistan erschossen und seitdem hat man den Eindruck, man hätte ein Wespennest angestochen. Mein Bruder ist in Afghanistan im Einsatz und allein im Mai gab es zwei schwere Angriffe auf seinen Stützpunkt mit mehreren Toten. Ich hoffe jeden Tag, dass er die letzten zwei Monate noch heil übersteht – zumindest physisch.

Morgen ist Himmelfahrt, und danach muss ich nur noch einen Tag arbeiten, ehe mein dreiwöchiger Sommerurlaub beginnt. Am Sonntag fahren wir mit drei Freunden nach Amsterdam, um uns ein paar Tage lang die holländische Metropole anzusehen. Zu diesem Zweck habe ich mir eine handliche Kamera zugelegt, um endlich mal wieder ein paar gute Fotos zu schießen! Zurück aus Amsterdam fahren mein Freund und ich quasi weiter nach Dänemark. Wie in so ziemlich jedem Jahr haben wir uns ein kleines Ferienhaus an der Nordsee gemietet, das dann für eine Woche unser zuhause werden wird. Also erst City-Urlaub, dann Erholung. Und als wäre das noch nicht genug, habe ich danach noch eine ganze Woche Ruhe und Stille nur für mich. Die Gelegenheit werde ich nutzen, um meine Familie zu besuchen, die mich in diesem Jahr noch gar nicht zu Gesicht bekommen hat.

Was ist sonst passiert in den letzten vier Wochen? Ich war zweimal im Kino. „Alles, was wir geben mussten“ war ein sehr erschütternder Film über Menschen, die nur dazu da sind, anderen als Ersatzteillager zu dienen. Das ganze war natürlich Fiktion, aber trotzdem sehr ergreifend. Der zweite Film, „Fluch der Karibik“ Teil 4, war dann eher Mainstream und hat uns überhaupt nicht gefallen. In der ersten Hälfte vor der Pause wären wir beinahe eingeschlafen. Die zweite Hälfte war besser, konnte das Urteil aber nicht mehr retten. Die Teile fünf und sechs werden wir uns wohl gar nicht erst ansehen.

Mit meiner Lektüre komme ich derweil einigermaßen gut voran. Während ich ja seit Monaten bei „Moby Dick“ festhänge, lese ich parallel den zweiten Adrian Mayfield und außerdem Ken Follets „Sturz der Titanen“. Von den 1.024 Seiten habe ich mehr als die Hälfte geschafft und bin bisher sehr zufrieden.

So, das reicht für heute. Morgen werden wir anfangen, Urlaubslisten zu schreiben und die Koffer mit den ersten unverzichtbaren Utensilien zu bestücken. Urlaub – ich komme!

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