So. Urlaub!

Unser Urlaub beginnt um neun Uhr am Samstagmorgen. Zuerst vibriert mein Handy auf dem Nachttisch neben meinem Bett. Nur Sekunden später fängt Schatzis Handy an zu schreien und wirft uns gewaltsam aus dem Bett. Bis zur Abreise haben wir noch viel zu tun. Katerlos (sie sind seit gestern bei M. und B.) wühlen wir eine Menge Staub auf, damit wir uns bei der Rückkehr in einer Woche auch zuhause fühlen.
Es dauert ziemlich lange bis das Geschirr abgewaschen, das Bad geputzt, der Staub gesaugt und die Koffer, Taschen und Körbe gepackt sind. Zum Glück passte alles völlig unproblematisch in unser neues Auto.

Kaum sind wir losgefahren, schimpft mein Magen über die böswillige Vernachlässigung. Er hat ja recht, immerhin haben wir nicht gefrühstückt. Also halten wir in Bockhorn, um mir bei der ARAL ein Sandwich zu kaufen.

Das Navigationssystem will uns hartnäckig über Kiel schicken. Wir setzen uns jedoch hartnäckiger durch und fahren vor Bad Bramstedt auf die A7, als Navi uns sagt, dass die Strecke Verkehrsbehinderungen enthält, die jetzt nicht mehr umfahren werden können. Nach ungefähr zehn Minuten stoßen wir auf diese Behinderungen. Mit Tempo 150 rasen wir auf ein Stauende hinter einer langgezogenen Kurve zu! Ich bemühe die Bremsen, schalte den Warnblinker ein und hoffe, dass wir rechtzeitig zum Stillstand kommen.

Zum Glück dauert es keine 15 Minuten, dann geht es staufrei weiter. In Flensburg machen wir Rast – wie schon vor zwei Jahren. Der Stadtteil sieht jetzt ganz anders aus als vor zwei Jahren – oder als in unserer Erinnerung. Wir kehren zunächst bei Burger King ein, ehe wir im Einkaufszentrum Kleinigkeiten für das Abendessen besorgen.

Nur einen Katzensprung weiter und wir sind in Dänemark. Zielstrebig führt uns das Navi über die Europastraße 45 bis Kolding und vor dort aus immer Richtung Westen. Der Weg kommt uns länger vor als beim letzten Mal, aber der einzige Unterschied ist, dass die Ferienhausvermietung ihr Büro jetzt außerhalb von Norre Nebel hat. Nachdem wir unterwegs noch für 20 Kronen Brennholz für den Kamin am Straßenrand gekauft haben, holen wir unseren Schlüssel ab. Wieder finden wir in einer Holzbox beim Büro einen Umschlag, auf dem mein Name steht und schon haben wir den Schlüssel.

Und er passt! Wir haben das Häuschen gefunden. Selbe Siedlung wie vor zwei Jahren. Andere Straße, anderes Haus. Die erste Besichtigungsrunde ist etwas ernüchternd. Die Fenster sind so schmutzig, dass man kaum hindurch gucken kann, die Betten haben nur eine Matratze von 140 cm, während wir zwei Laken von je 90 cm mitgenommen haben. Und der Grill… ich werde gleich eine halbe Stunde lang dem gröbsten festverkrusteten Schmutzt in kochend heißem Wasser mit einer halben Flasche Spüli zu Leibe rücken, damit das Rost wieder einigermaßen lebensmittelgeeignet ist.

Bald darauf ist das Auto leergeräumt, die Schränke bestückt und die Kohle zum Leuchten gebracht. Aus einem kleinen Radio klingt ein dänischer Radiosender, während wir Tomaten und Käse schnippeln.

Mücken umsurren uns. Es nervt. Aber wir sind tapfer und genießen den Sonnenuntergang (den wir nicht sehen können, weil ein anderes Ferienhaus im Weg steht). Jetzt liest Schatzi sich die Anleitung für „die Siedler von Catan“ durch. Es ist, als wären wir vor zwei Jahren gar nicht abgereist…

 

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