Señor Zerwühlt

Marmeladenbrot, ein Glas O-Saft und ein Becher heiße Schokolade. So sieht es aus, mein Frühstück am Sonntagmorgen. In meiner Wohnung ist es gerade verdammt kalt. Vielleicht sollte ich das Fenster wieder schließen. Erstaunlich, dass da draußen bei so viel Nebel noch Platz für Kälte ist. Ich kann kaum bis zum Boden sehen, ziehe meinen Kopf aber auch schnell wieder herein, nehme das Buch aus dem Fensterrahmen und klappe das große Schlafzimmerfenster zu. Das Bambusrollo lasse ich nur ein Stück weit herunter und hänge die Rolloschnur an einen Nagel neben dem Fenster. Wenn ich schon mal hier bin, kann ich auch gleich mein dunkelblau bezogenes Bett machen. Unter dem Kissen ist es noch warm, als ich es aufschüttele. Ich muss ganz schön gewühlt haben in der Nacht und habe fast neun Stunden durchgeschlafen. Gestern musste ich nach meinem Urlaub zum ersten Mal wieder um sechs Uhr früh aufstehen und an die Ostküste in die Akademie fahren. Wahrscheinlich muss ich mich erst wieder daran gewöhnen.

Gestern Abend bin ich zu MK gefahren. Mit ihr und Kirsten habe ich einen entspannten Abend verbracht. Wir haben uns die Zeit mit Personenraten vertrieben. Das spielen wir in jüngster Zeit öfter. Aber nachdem ich nicht auf Tim Mälzer gekommen war, will ich das nie nie wieder spielen.

Vor ein paar Wochen hat mich MK mit einer TV-Serie „infiziert“. Sie heißt „firefly“. Science-Fiction gepaart mit Western-Elementen, ich war anfangs enorm skeptisch. Dennoch ist die Serie – die leider nach 14 Episoden abgesetzt worden war – überraschend brillant. Die Darsteller sind erstklassig gecastet, die Stories überzeugen durch Vielschichtigkeit und Spannung und die Aufnahmen sind technisch einwandfrei gelungen. Die Musik ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, aber schnell setzt sie sich als Ohrwurm beim Zuschauer fest. Wenn man hier die Vorschuss-Skepsis überwunden hat, kann man einen echten Schatz der Serienlandschaft entdecken. Na, jedenfalls ist Kirsten seit neuestem auch „infiziert“, dabei war sie für Science-Fiction bisher gar nicht zu begeistern, und so haben wir gestern noch mal einen Blick hinein geworfen.

Am Freitag war meine Freundin U. mit ihrem Freund bei mir. Sie ist endlich von ihrer Diplomarbeit zurück. Ein halbes Jahr war sie fort und es tat gut, sie zu sehen. Ich habe gekocht und wir haben viel gequatscht. Zu meinem Geburtstag haben sie mir eine neue Umhängetasche geschenkt und ein Shirt, das ich jetzt gerade trage. Wohin es sie wohl nach ihrem Diplom verschlagen wird…?

 

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