Schöne Bescherung

Die Vorweihnachtszeit gehört (neben dem Christopher-Street-Day) zu den buntesten Tagen des Jahres. Wenn der Winter die Welt in einen Schwarz-Weiß-Film verwandelt, sind Straßen und Häuser besonders bunt geschmückt. Überall funkelt und leuchtet der Festtagsschmuck in vielen Farben, mal dezent, mal dekadent.

Gestern Abend funkelte hauptsächlich Blaulicht, als ich meinen Engel und zwei seiner Arbeitskolleginnen am Bahnhof in Bargteheide einsammelte. Während des anhaltenden Schneefalls am gestrigen Tag frotzelte ich noch scherzhaft, ob wohl die Bahn am Abend würde fahren können oder ob sich mein Freund in Hamburg einquartieren müsste. Um halb sieben am Abend hieß es zunächst, der Zug habe zwanzig Minuten Verspätung. Um zehn nach sieben sprach man schon von einer „Verzögerung auf unbestimmte Zeit“. Kurz darauf rief er mich an, weil er zusammen mit rund 300 Fahrgästen frierend in Bargteheide auf dem Bahnsteig stand. Der Zug konnte wegen eines Kurzschlusses auf der Strecke nicht mehr weiterfahren, die bestellten Busse ließen auf sich warten. Also machte ich mich auf den Weg, packte eine Decke ein, tankte vorsichtshalber den Wagen voll und fuhr über die verschneite Autobahn. Nach einer Stunde kam ich in Bargteheide an. Die Zufahrt zum Bahnhof war gesperrt, überall Blaulicht von Polizei, Rettungswagen, Feuerwehr und THW. Die Bahn hatte anscheinend noch einen zweiten Zug auf die Bretter geschickt, so dass eine weitere Zugladung Passagiere gestrandet war. Die Leute liefen durcheinander, auf die Straße, sogar auf die Gleise. Autos versuchten zu wenden, weitere Rettungsfahrzeuge – gefolgt von den ersten Bussen – bahnten sich ihren Weg. Mit dem letzten Rest seines Handyakkus lotste ich meinen Engel zum warmen Auto. Da es in Bargteheide anscheinend keine Bahnhofshalle gibt und die Dönerbude in der Nähe schon überfüllt war, war er nach anderthalb Stunden in der Kälte richtig schön durchgefroren. Die Feuerwehr fuhr in einem provisorischen Shuttleverkehr die gestrandeten Passagiere ins Feuerwehrhaus, das THW verteilte Heißgetränke und Decken, um die frierenden Menschen wieder aufzuwärmen. Um halb zehn, statt um sieben Uhr, war mein Freund dann endlich zu Hause.

Wenn heute auf der Fahrt etwas schiefgeht, kann ich ihn nicht auflesen, denn heute steigt die Weihnachtsfeier mit meinen Kollegen. Wir werden es uns am Abend zunächst kulinarisch gut gehen lassen, um anschließend im Casino Millionäre zu werden. Morgen dann ein weiterer kulinarischer Höhepunkt auf der Weihnachtsfeier mit Freunden und schließlich am Sonntag Weihnachtsbaumschlagen mit der Firma meines Engels. Das Wochenende ist somit gut versorgt mit kulinarischen und anderen Freuden.

Am letzten Wochenende fand schon die erste private Weihnachtsfeier mit drei Freunden bei uns zu Hause statt. Da wurde gekocht, genossen, beschert und gelacht. An solchen Tagen könnte Weihnachten wirklich öfter im Jahr stattfinden.

Allen einen schönen vierten Advent!

 

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