Schneespaziergang

Eigentlich hatten wir heute meines Engels Familie besuchen wollen. Aber schon gestern Abend zeichnete sich ab, dass dieses Vorhaben witterungsbedingt würde ausfallen müssen. Und genau so war es dann auch. Heute früh riskierte ich als erstes einen Blick hinter das weiße Stoffrollo im Schlafzimmer und sah nichts als Weiß. Im Laufe der Nacht fielen weitere 30 cm Schnee und bedeckten nun wirklich alles. Überall sah ich Anwohner, die sich mit Schneeschaufeln bewaffnet knirschend durch die weiße Pracht schoben. Wir beschlossen also, unser blaues Auto nicht auszubuddeln und uns nicht auf den Weg über Landstraßen und Autobahnen zu machen.

Nach einem wirklich gemütlichen Frühstück vor einem völlig eingeschneiten Balkon zogen wir uns unsere Stiefel an, hüllten uns in mehrere Kleidungsschichten und schulterten Kameras und Stativ. Nicht weit von unserer Wohnung liegt das Lauerholz, ein Wald, der heute als Motiv für ein paar Winterfotos herhalten musste. Mit dieser Idee waren wir natürlich nicht allein. Ständig begegneten uns Leute auf Schlitten, Skiern, mit Stöcken und Hunden. Währenddessen schien die Sonne von einem blank-blauen Himmel und frischer Wind blies den klebrigen Schnee von den hohen Bäumen. Eine Winterlandschaft, wie wir sie hier nur selten zu sehen bekommen. Wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist, versank ich fast knietief im Schnee, und entgegenkommende kleine Hunde bewegten sich nur noch hüpfend vorwärts.

Nach einer kurzen Aufwärmphase mit heißer Schokolade stiefelten wir schon wieder los, diesmal in die Innenstadt. Nach einem Schaufensterbummel suchten wir ein Kaffeehaus, das nicht überfüllt war, aber da hatten wir heute schlechte Karten. Die meisten Leute waren anscheinend einem Heißgetränk nicht abgeneigt, und so versuchten wir es bei DoubleCoffee, bei Balzac und bei einem neuen Laden. Nach zwei überfüllten Fehlschlägen sollte der letzte ein Versuch sein, aber schon an der Tür kam uns eine Zigaretten-Rauchwolke entgegen, so dass wir gleich wieder rückwärts hinausgingen. Auf den Kaffee mussten wir also verzichten.

Inzwischen sind wir schon wieder zu Hause und irgendwie ziemlich fertig. Laufen im Schnee ist ganz schön anstrengend…

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