Schatten

Es ist Sonntagnachmittag, fast halb drei und draußen vor meinem Wohnzimmerfenster scheint die Sonne. Die Bäume, die ich von hier aus sehen kann, tragen natürlich noch kein Laub, so dass ich freie Sicht auf verschiedene Einrichtungen meiner Stadt habe. Da sehe ich das ehemalige Altenheim, das nun eine Musikschule beheimatet. Weißer Rauch schwebt aus dem Schornstein in den blauen Himmel und der etwas zottelige aber liebenswerte Musiklehrer sitzt sicher grad in seinem Wohnzimmer unter dem Dach und trinkt eine Tasse Tee. Ich sehe die Bundesstraße, die den starken Verkehr an der Stadt vorbeiführt und dahinter einige Bauernhäuser, deren reetgedeckte Dächer die Menschen darunter vor der Kälte des Winters schützen. Weit entfernt sehe ich die große Brücke, die über den Fluss in dieser Gegend führt und die in den kommenden Jahren durch eine neue ersetzt wird. Sogar die Autos darauf kann ich sehen. Noch dahinter stehen ein paar Hochhäuser in der Sonne. Ich frage mich, ob dort grad jemand am Fenster sitzt und zu dem Hochhaus der anderen Stadt herübersieht, in dem ich gerade sitze…

Der Tag verläuft schleppend und ähnelt damit den Tagen der vergangenen Woche. Sonderlich viel passiert hier zur Zeit nicht. Ich glaube, ich fühle mich ziemlich unvollständig, wenn mein Engel so weit von mir weg ist. Ist das normal?? Heute Abend fliegt er einmal über ganz Deutschland zurück nach Hause. Morgen ist er dann schon unterwegs zu seiner nächsten Geschäftsreise. Aber am kommenden Wochenende ist er wieder bei mir. Dann feiern wir meinen Geburtstag zusammen mit einer Hand voll Freunden.

Was mich sonst so bewegt in diesen Tagen sind all die schlechten Nachrichten aus der Welt, insbesondere der Atom-Konflikt mit dem Iran und der europäische Konflikt mit Mohammed, der doch so einfach zu lösen wäre, wenn nicht manche Menschen zu stolz wären, über ihren eigenen engstirnigen Schatten zu springen.

Ich erinnere mich außerdem, dass ich über die Gala in Flensburg berichten wollte. Ich fand sie ganz wunderbar, das Programm war bunt und abwechslungsreich und einige Darstellungen überraschend und eindrucksvoll. Aber allzu viele Worte will ich darüber jetzt nicht machen. Eines der wenigen gelungenen Photos des Abends will ich dennoch präsentieren.

Landessinfonie-Orchester Schleswig-Holstein bei der Dankeschön-Gala zur “Aktion Brückenschlag” anlässlich der Hilfe für die Betroffenen der Hurrikan-Katastrophe von New Orleans

 

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