Rumms & Ratsch

Der Auftakt in das noch junge Jahr ist alles andere als gelungen. Die „2011“ fühlt sich noch gar nicht richtig vertraut an, fast wie eine Zukunft, die zu betreten ich noch gar nicht bereit bin. Und das ist seltsam, fühlt sich doch die erste Woche gar nicht anders an als die letzten Wochen des gerade zurückgelassenen Jahrzehnts. Aber vielleicht ist das gleichzeitig der Grund, denn der Abschluss eines wirklich anstrengenden und Kräfte zehrenden Jahres, der Neubeginn mit frischer Kraft und Zuversicht, ist mir bislang nicht geglückt.

Der heutige Morgen war symptomatisch für diesen Jahresauftakt. Ich wurde von einer Kurzmitteilung geweckt, weil ich am Abend zuvor mein Handy nicht auf stumm geschaltet hatte. Es war sechs Uhr zwanzig heute früh, als mir ein Kollege mitteilte, er könne wohl nicht zur Arbeit kommen, weil in seinem Ort die Straßen gesperrt waren. Wegen Eisregens. Nur wenige Minuten später stellte mein Freund fest, dass die Marzipanbusse aus dem selben Grund vorübergehend den Betrieb eingestellt hatten. Das bedeutete einen Fußmarsch für uns beide – für den einen zum Bahnhof, für den anderen nur bis in die Innenstadt. Als ich das Haus verließ, begann der Regen sich bereits in Schnee zu verwandeln. Ich machte mich auf den Weg zu meinem Auto, das ich vor Tagen nur wenige Häuser entfernt abgestellt hatte und in dem noch meine Handschuhe lagen. Auf halbem Weg zum Wagen griff ich in meine Hosentasche, um den Autoschlüssel hervorzuholen, als ich auf eisglattem Gehweg den Halt verlor. Ehe ich mich’s versah, lag ich auf der Seite. Es machte gleichzeitig Rumms und Ratsch. Das Rumms spüre ich noch jetzt an Knie und Ellenbogen. Das Ratsch war meine Hosentasche, die sich entlang der Naht nun das halbe Hosenbein herunterzieht. Ich musste also wieder zurück und mich umziehen, bevor ich mich mit vielen anderen Leuten humpelnd auf den Weg in die Altstadt machte.

Der Arbeitstag trug wirklich nicht zur Besserung meiner angeschlagenen Laune bei. Im Gegenteil. Jeder einzelne Tag dieser Woche schaffte es, den vorangegangenen an Gemeinheit zu überbieten, und den Gipfel wird diese Woche wohl morgen erleben. Wie sehr ich mir wünsche, dass bereits Freitagabend wäre!

Die nächste Woche hat fünf neue Arbeitstage im Gepäck. Da wird bestimmt alles wieder besser…

 

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