Rückblickend betrachtet

Den letzten Jahresrückblick hatte ich – aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen – ausgelassen. Darum hatte ich mir versprochen, diesmal wieder einen zu schreiben, um mich im Schnelldurchlauf an all die Ereignisse aus 2014 erinnern zu können. Passiert ist ja durchaus so manches, und so beginne ich im…

Januar

Nach dem Ende der Silvesterparty in unserem Haus und nachdem alle Spuren vor und hinter dem Haus beseitigt waren, begann das Jahr 2014. Guter Vorsatz: Mehr Aktivität! Also genau wie im Jahr zuvor und auch im Jahr davor. An der Umsetzung sollte es diesmal nicht scheitern, und so besuchten wir gleich zu Beginn den kleinen Hobbit im Kino und hatten unerwartet große Freude an dem Film. Bevor die Vorsätze in Vergessenheit geraten konnten, fuhren wir im selben Monat nach Hamburg, um einer Record-Release-Party der Drei Fragezeichen beizuwohnen. Dieses Mal sogar mit doppelter Starbesetzung. Ende Januar fing es dann zu schneien an und es wurde knackig kalt in der Marzipanstadt.

Februar

Mein Geburtsmonat kam laut meinen Aufzeichnungen etwas leidenschaftsloser daher. 2014 habe ich meinen Geburtstag nicht einmal gefeiert. Genauso ging es meinem Freund und mir mit dem Valentinstag, aber das war nicht außergewöhnlich, denn der heiligste Tag der Blumenhändler war uns noch nie wichtig. Ich hatte allerdings ein total süßes YouTube-Video aufgetan, in dem ein Mann seinem Freund einen richtig tollen Valentinstag bescherte. Leider verschwand das Video im Laufe des Jahres von der Plattform, so dass ich es jetzt nicht mehr zeigen kann. Genau einen Monat nach dem Schneefall fuhr ich morgens wie gewöhnlich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Wie jeden Morgen kam ich am Stadtpark vorbei und erfreute mich an zarten Krokusblütenspitzen, die mutig ihre Zwiebeln verließen und die noch garstig kalte Winterluft schnupperten.

März

Höchste Zeit also, dem Winter noch einen letzten Rest seiner Würde abzuverlangen. Bei 15 Grad Außentemperatur schnallte ich mir gegen Ende der ersten Märzhälfte Kufen unter die Füße und besuchte mit Becki und Jamie eine Eisbahn in Hamburg. Um hinterher wieder zu Kräften zu kommen, stärkten wir uns in einem Steakhaus in der Nähe. Gutes Wochenende, denn nur einen Tag später glühten die Kohlen im Grill. Zusammen mit unseren Nachbarn genossen wir nach dem Winterende den aufkommenden Frühling.

April

Den Monat würde ich gern streichen. Mein Freund wohl noch mehr, denn er legte sich radfahrenderweise mit einem Auto an und verlor. Er musste zwei Wochen in der Klinik bleiben, was für uns natürlich einen Ausnahmezustand bedeutete. Auch, nachdem er wieder nach Hause durfte, war der Alltag noch in weiter Ferne. Seine Verletzungen verlangten ihm einiges ab, er war noch für lange Zeit stark eingeschränkt und ist auch heute, acht Monate später, noch nicht vollständig wiederhergestellt.

Mai

Wie sehr ihn und auch mich diese Zeit beanspruchte, sehen wir an den Blogeinträgen im Mai. Es gibt sie nämlich nicht.

Juni

Erst in der zweiten Juni-Hälfte war mein Freund so weit, dass wir einen längeren Ausflug wagen konnten. Und der zog uns nach Hamburg. Eigentlich wollten wir eine Modellbahnausstellung besuchen, aber die war ausgebucht. In der Woche darauf versuchten wir es erneut, hatten diesmal aber Tickets reserviert.

Juli

Wenn man mit seinen Kräften haushalten muss, wird man erfinderisch. Andere würden es „faul“ nennen. Wir entdeckten den Online-Service beim Lebensmitteleinkauf für uns. Bequem vom Bett aus bestellen und alles bis in den zweiten Stock geliefert bekommen – warum sind wir nicht früher darauf gekommen?!

August

Ganz so faul sind wir dann doch nicht und besuchten den bunten CSD in Hamburg. John und Becki begleiteten uns – und zum ersten Mal auch Jamie. Hier in der unglaublichen Menschenmenge traf ich durch Zufall einen Freund wieder, den ich seit 2006 nicht mehr gesehen hatte.

Ebenfalls im August wurde ich von einer Autorin gefragt, ob ich an einem Rezensionsexemplar ihres neuesten Romans interessiert wäre. Ich war ehrlich gesagt ziemlich aus dem Häuschen, denn erstens hatte mich das noch nie jemand gefragt, und zweitens hatte ich schon Bücher von ihr gelesen und wusste, was sie kann. Darüberhinaus ist es toll, dass auch Autoren die Rezensionen zu ihren Büchern lesen, die ich in meinem Blog veröffentliche. Das ist ein gutes Gefühl.

September

Mein Blog gibt fast nichts über den September her. Nur soviel, dass Apple das neueste iPhone herausbrachte und ich vermutlich einer der ersten (deutschen) Kunden war, die es bestellten.

Oktober

Das neue iPhone kam Anfang Oktober nach einem langen Tag des Wartens auf den Paketboten. Grausam dann die Erkenntnis, dass die bestellte SIM-Karte nicht passte. Dieses Ärgernis war mir offenbar einen relativ umfangreichen Blogeintrag wert. Ansonsten habe ich die Tage mit der Perlenhochzeit meiner Eltern, mit Büchern und Filmen verbracht. Wir sahen uns „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ an, unglaublich guter, unglaublich trauriger Film, von dem ich später noch das Buch las. Später im Oktober nahm ich nach vielen Jahren mal wieder an einem Betriebsfest meiner Firma teil. Ein Fan solcher Veranstaltungen werde ich wohl nie werden, aber der Abend war in Ordnung.

November

Als sich das Jahr seinem Ende entgegen neigte, fing mein Körper an, mich ordentlich zu ärgern. Mein linker Daumen war irgendwie kaputt, wie genau, wusste ich nicht. Anfang November riss ich mir beim Sport auch noch ein Band im rechten Fuß. Das war zum Glück weniger schmerzhaft, als ich mir sowas vorher vorgestellt hätte. Das wusste meine linke Schulter aber gut auszugleichen, denn dort hatte ich wochenlang starke Schmerzen. Auch der November-Urlaub sorgte nicht für eine Besserung. Tatsächlich dauerte es noch bis weit in den Dezember, als die ständige Krankengymnastik endlich Früchte trug und die Schulterschmerzen weitestgehend beseitigten. Der gute Vorsatz für mehr Aktivität kam im November wieder etwas mehr zum Vorschein – wenn auch ohne mein Zutun. Mein Freund lud mich ins Musical „Das Phantom der Oper“ nach Hamburg ein.

Dezember

Wie üblich war ich in der Vorweihnachtszeit von Weihnachtsmärkten umzingelt. Das ist das Los, wenn man mitten im Stadtzentrum arbeitet. Gleichzeitig arbeitete ich unermüdlich an meiner Diät. Ich wollte einfach nur den Bauchansatz wieder wegbekommen, der mich daran hindert, meine Super-Slim-Fit-Hemden zu tragen… Es ist wirklich nicht einfach in der Vorweihnachtszeit, aber ich war gut! Drei Kilo bin ich losgeworden, mit einem ätzend schnöden Speiseplan und viel FDH. Dann besuchten wir Engelchens Nichte zu ihrem allerersten Geburtstag (nach ihrer Geburt). Je näher wir Weihnachten kamen, desto schwieriger wurde es, abends auf böse Kohlenhydrate zu verzichten. Erst eine Weihnachtsfeier mit Freunden mit Steak und Glühwein, dann Weihnachten selbst. Familienfeiern sind für eine Diät völlig ungeeignet.

Auch unsere Kater sind auf Diät, sogar schon seit September. Seinerzeit war ich mit den beiden Brüdern zum regelmäßigen Impftermin. Die Tierärztin sagte uns, die beiden seien zu schwer und müssten ungefähr ein halbes Kilo abnehmen. Jeweils. Also reduzierten wir die Futtermenge. Ende Dezember musste einer der beiden dann mit einem Notfall erneut zum Tierarzt. Bei dieser Gelegenheit wurde er auch gewogen. Bisher abgenommenes Gewicht: Nix. Die Tierärztin erklärte mir dann, dass er nicht abnehmen würde, solange wir die Futternäpfe beider Brüder gleichzeitig füllen und sie zusammen füttern. Verdammt klang das logisch!

Immer noch im Dezember machte uns ein lieber Freund ein „Geständnis“ und begann daraufhin eine aufregende Zeit, an der er mich durch Telefonate und E-Mails teilhaben ließ.

Rückblickend betrachtet war 2014 insgesamt kein schönes Jahr. Es hat uns viel Kraft abverlangt. Kraft, die wir auch für Freunde gebraucht hätten, die in diesem Jahr richtig leiden mussten. Auch, wenn am Ende alles gut ausgegangen war, bedaure ich, nicht persönlich für sie dagewesen zu sein. Aber auch das Weltgeschehen sorgte 2014 für keinerlei Freude. Zuletzt weigerte ich mich, das Radio einzuschalten, weil die Nachrichten pausenlos von Krieg, Verfolgung, Krankheit und Krisen berichteten.

Ach, das hätte ich fast vergessen: Deutschland wurde Fußball-Weltmeister! Das war zumindest mal etwas wirklich positives in der Jahresmitte. Mit Millionen Menschen weltweit waren auch mein Engel und ich im Fußball-Fieber und verfolgten fast alle Wettkämpfe gespannt am Fernseher, mal allein, mal mit Freunden. Nach dem vierten Stern ließ die Begeisterung nicht nach und ich bestellte mir ein Trikot und mein Freund Pay-TV, damit wir uns mit der Bundesliga die Zeit bis zur nächsten internationalen Meisterschaft in zwei Jahren vertreiben können.

Ich hoffe, dass 2015 weniger Leid – VIEL weniger Leid bereithält und die Welt wieder ein gutes Stück friedlicher wird. Familie, Freunden und meinem Freund (und sogar mir selbst) wünsche ich vor allem mehr Gesundheit im neuen Jahr.

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