real worlds

:: träume

gestern habe ich meine absicht, diese gegend zu verlassen, auf einen offiziellen sockel gestellt, den jeder sehen kann. gestern habe ich meine personalabteilung über meine pläne informiert, meinen wohnsitz und meinen job innerhalb der nächsten 24 monate nach hamburg zu verlegen. ich hatte gar keine wahl, denn meine ausbildungsleiterin wollte mich zu einem neuen „accessment center“ schicken, sie meinte, das würde sich bei bewerbungen auf höhere plätze im hause deutlich besser machen. ich hasse diese acs, denn sie sind nur dazu da, um uns arme schweine den ganzen tag unter psychischen stress zu setzen und dabei von fünf bis sechs leuten beobachtet zu werden, die sich hin und wieder notizen zu unserem verhalten machen. ich finde so etwas widerlich und entwürdigend. mein letztes ac habe ich vor zwei jahren gemacht und nun sollte ich erneut ran. no, ma’am! wenn ich mich von hier wegbewerbe, macht dieses ac keinen sinn, und bei meiner derzeitigen firma werde ich mich hoffentlich auf keine andere stelle mehr bewerben (müssen). weil dies die einzig sinnvolle begründung für die ablehnung des acs ist, habe ich meine ausbildungsleiterin also eingeweiht und sie stimmte mir zu, dass das ac damit für mich wenig sinn macht.
jetzt ist es also offiziell. aus dem imaginären förderprogramm meiner firma bin ich damit raus und mein wechsel nach hamburg erhält damit etwas reales und dringliches. irgendwie gut, und irgendwie… belastend.

:: philadelphia

ich bin beileibe kein fan von big brother, ich habe bisher eine ganze staffel gesehen, aber das ist auch schon eine ganze weile her. stattdessen reizt mich ein ähnliches konzept, das auf mtv zu sehen ist: the real world. es geht um eine gruppe von sieben jungen leuten, die in einem haus in einer großen amerikanischen stadt eine ganze zeit zusammenleben müssen. die show dauert mehrere monate, so dass sich die leute irgendwann so verhalten, wie sie im realen leben wirklich sind. es gibt mal zank und streit, diskussionen, liebe und abenteuer, sie müssen einem job nachgehen, meist als gruppe. sie sind nicht eingesperrt in ihren stets wahnsinns-wg-appartements, sondern können kommen und gehen wie sie lustig sind. es geht ums zusammenleben und um die gruppe. im grunde nimmt der zuschauer also am wg-alltag teil. dass die kandidaten dabei verdammt gut aussehen ist sicher ein bestandteil des erfolges der shows.
die aktuelle staffel spielt in philadelphia und ich habe jeden tag viel spaß dabei. es spielen zwei schwule junx mit. da haben wir willie, den gutaussehenden szene-schwulen, weltoffen, realist und philantrop. außerdem ist da karamo, der mit seiner homosexualität nicht so ganz umgehen kann. er fürchtet sich vor dem coming out bei seiner familie und hat daher angst, bindungen einzugehen. seine mitbewohner unterstützen ihn und freuen sich mit ihm, wenn er ein date hat.
landon und mj sind die beiden machos der show. landon ist ein ziemlich unsteter typ, gutaussehend aber nicht konfliktfähig. was er verbockt fängt mj auf. mj ist cool, er denkt über dinge nach, tut sie dann und analysiert sie. bewundernswert dabei ist, dass er dabei zu logischen und rationalen schlussfolgerungen gelangt und das eine oder andere beim nächsten mal gezielt anders macht. er hat einen guten blick für das wesentliche und ist oft der vermittler bei streitigkeiten.
ich mag die show, denn mir sind die leute sympathisch, das appartement ist absolut geil, die aufnahmen sind schön photographiert und die „storys“ sind nah an der realität – wenn auch nicht an meiner. es gibt immer jemanden, mit dem man sich identifizieren kann oder mit dem man überhaupt nicht kann, und das muss innerhalb der staffel nicht immer die selbe person sein.

 

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