rain on the rocks

Jetzt, da der Winter langsam auf dem Rückzug ist und der bunte Kalender an der Wand baldigen Frühling prophezeit, während im Stadtpark Krokusspitzen die Vorhut der Frühblüher bilden und die Sommervögel dem Süden ungeduldig die kalte Schulter zeigen, jetzt gehe ich Eislaufen…

Lacarian an the rocks

Am Samstag bin ich nach einer recht schlaflosen Nacht am frühen Morgen aufgestanden und ins Büro gefahren. Nach zwei Fachseminaren in der letzten Woche war viel Arbeit liegengeblieben, und so nutzte ich den ruhigen Vormittag, um einiges aufzuarbeiten. Gegen Mittag stieg ich in den Bus der Linie 11 und fuhr wieder nach Hause, wo mein Engel grad von einer gemeinen Erkältung geplagt wird. Ich überließ ihn bald der fürsorglichen Obhut zweier schläfriger Kater und fuhr mit meinem montebello-blauen Auto über die Autobahn nach Hamburg. Unterwegs ergoss sich der eine oder andere kalte Schauer aus dicken grauen Wolken und wollte mir die Vorfreude aufs Eislaufen vermiesen. Ich ignorierte die Anzeichen und drückte aufs Gas. In Hamburg angekommen wurde ich herzlich von den entmutigten Blicken meiner Freunde empfangen. Fest entschlossen machten wir uns dennoch bald zu dritt auf den Weg, teilten uns ein Neun-Uhr-Ticket und stiegen auf der Mönckebergstraße wieder aus. Der Nieselregen von kurz zuvor legte sich mächtig ins Zeug und putzte sich zu einem prasselnden Landregen heraus. In zwei großen Geschäften für Unterhaltungselektronik und einem bonbonrosafarbenen Café stellten wir uns für eine Weile unter, noch unsicher, ob wir noch so fest entschlossen wie am Anfang waren. Nach zuckersüßen Heißgetränken waren wir endlich so weit: Wir verließen das Café, verschlossen die Augen vor dem Regen und stiefelten dick eingemummelt zur nächsten U-Bahn.

Selbst, als wir in unsere Schlittschuhe geschlüpft waren und erste unsichere Schritte auf das weiße Eis taten, waren uns die Nieselwolken, die stürmisch an den Flutlichtern vorbeiwehten, ziemlich egal. Die winzigen Sprühregentröpfchen kristallisierten auf der gefrorenen Fläche, und als wir bald engelsgleich dahinglitten, glitzerten sie wie winzige Diamanten zu unseren Füßen. Wegen der üblen meteorologischen Vorzeichen hatten wir zum Eislaufen jede Menge Platz, denn die meisten Hanseaten wärmten sich lieber am heimischen Herd. Luschen! Nach anderthalb zugegeben recht wackeligen Stunden waren wir fix und fertig und tauschten die Schlittschuhe wieder gegen flache Stiefel. Weil es nach einer Viertelstunde auf dem Eis zu regnen aufgehört hatte, waren wir froh, dass wir so entschlossen gewesen waren. Es hat wirklich Spaß gemacht (auch wenn mir heute, am Tag danach, wirklich alles wehtut!). Gegen halb eins oder so löste ich die Kater bei der Krankenpflege ab, bevor ich kurz darauf in tiefen Schlaf dahinglitt…

 

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