Phönixgrün

Normalerweise schreibe ich lieber nichts, als einen Eintrag über das Wetter, wenn nichts interessanteres passiert ist. Aber diesmal hat das Wetter einen sehr angenehmen Effekt…

Wir alle erinnern uns trotz des aktuellen Aprilwetters noch an die ausdauernde Hitze, ja sogar Dürreperiode, die nicht nur unser Land über Wochen in einen Glutofen verwandelt hatte. Kilometerlange Staus auf den Autobahnen zum Strand, überhitzte Bahnreisende und Waldbrände, die russische Atomkraftwerke bedrohen. Nach einiger Zeit haben wir aufgehört, den Rasen hinter dem Haus zu wässern, weil wir nicht mehr gegen die sengende Sonne ankamen. In der Folge verwandelte sich das Gras und bald darauf selbst das widerspenstigste Unkraut überall in verdörrte braune Strunken. Tagsüber ließen wir alle Rollos und Jalousien geschlossen, damit sich unser Heim nicht so aufheizt. Selbst die beiden Kater vermieden zu der Zeit jede unnötige Bewegung.

Aber irgendwann schoben sich rettende dunkle Wolken vor die Sonne und nach ein paar Tagen Anlaufzeit begannen sie damit, die verbrannte Erde mit Regen zu begießen. Zuerst nur wenig, aber dann mehr und mehr. Unsere Straße verwandelte sich in einen reißenden Strom, der Dank funktionierender Kanalisation schnell abfließen konnte. Und nur eine, vielleicht anderthalb Wochen später, als ich wie jeden Morgen auf dem Arbeitsweg am Stadtpark vorüberradelte, konnte ich es sehen: Dort, wo zuvor die Sonne das Gras verbrannt hatte, sprossen überall frische Grashalme aus dem gewässerten Boden. Das Gras bedeckte auf einmal wieder den ganzen Parkboden wie ein leuchtender, grüner Teppich. Frühling – mitten im Sommer!

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