Never ending story

Da geht es hin, das Wochenende. Es war CSD. Und ich war wieder nicht dabei. Dabei war mein Freund gestern sogar zu Hause. Er hatte seine Schicht getauscht, weil er auf zwei wichtige Postlieferungen wartete. Und nachmittags hatte sich der Vermieter angekündigt, wegen der „Restarbeiten“ und der Wespen. Gestern… war einfach nicht mein Tag.

Der Christopher-Street-Day wird ja immer lange im Voraus angekündigt. Was ich daran so mag sind die vielen bunten Farben und die fröhlichen Menschen, die an diesem speziellen Tag so sein dürfen, wie sie wollen. Bunt, verrückt, ausgelassen, schwul. Je mehr es sind, desto besser. Die vielen aufwändig geschmückten Parade-Wagen mit der lauten Musik, kondomwerfende Nackedeis und viel, viel gute Laune. Dass in diesem Jahr das Wetter auch noch hervorragend war, sorgt nicht unbedingt dafür, dass ich mich besser fühle. Lange geplant, und doch wieder voll verpasst.

Vielleicht war das der Grund für meine schlechte Laune, die gestern nicht nur mir sondern auch Tg zu schaffen machte. Ich bin ihm wohl ziemlich auf den Wecker gefallen. Und wenn ich das schon selber merke, dann muss das wirklich schlimm gewesen sein. Jede Kleinigkeit hat mich auf die Palme gebracht. Ich hatte Kopf- und Nackenschmerzen und war furchtbar aggressiv. Voll neben der Spur.

Heute ist es etwas besser. Schade nur, dass Engelchen davon nichts mitbekommt, denn die getauschte Schicht ist heute. Zuerst hätten wir fast verpennt. Wir wollten um neun Uhr aufstehen, um genügend Zeit fürs Frühstück zu haben. Stattdessen wachte ich um viertel vor zehn auf. Ich rüttelte meinen Liebsten und stammelte etwas von „du hast verschlafen“! Seltsamerweise zeigten alle Uhren im Schlafzimmer unterschiedliche Zeiten an. Irgendwie strange. Es war aber tatsächlich viertel vor zehn, und so hüpfte mein nackter Engel unter die Dusche, während ich vom Schlaf vertrottelt versuchte, Frühstück zu machen. Beim Eierkochen vergaß ich auf die Uhr zu achten und als wir zu allen Schandtaten bereit am Tisch saßen fiel uns auf, dass weder Brot noch aufgebackene Brötchen bereitstanden. Tja, was die Brötchen betraf, so hatte ich die nicht einmal aus dem Schrank geholt geschweige denn den Backofen angeheizt. Also gab es einfach Toast. Egal.

Nicht lange danach verabschiedeten sich die Kater und ich von unserem Schatz. Um etwas Sinnvolles mit diesem Tag anzufangen, schnappte ich mir die Holzfliesen, die einmal den Boden des Balkons bilden sollen und strich sie mit eine Wachs-Öl-Mischung ein. Alle 24 Platten. Und den Tisch. Weil die Sonne vom Himmel brannte und dazu ein guter Westwind wehte, veranstaltete ich die Pinselei auf dem neuen Balkon. Unter mir saß Nachbar Anders und unterhielt sich angeregt mit zwei Gästen. Ich wollte nicht mithören, aber was sollte ich machen. Immerhin machte ich mich von Zeit zu Zeit rumpelnd bemerkbar, indem ich eine Holzplatte geräuschvoll über den Boden schob. Die Kater fanden das sehr spannend. Bald darauf – ich hatte wohl gerade drei Viertel der Platten beschmiert – erhielt Anders schon wieder Besuch. Diesmal war ein kleines Mädchen dabei. Ein wahres Energiebündel! Sie flitzte laufend quer durch seine Wohnung und polterte ausgelassen über den Holzfußboden. Ich konnte sie auf dem Balkon hören, selbst, als sie im Wohnzimmer umherlief. Die Kater fanden das blöd und verzogen sich in ihre Bettchen. Aber ab morgen ist Anders im Urlaub, dann dürfen sie auch wieder flitzen.

Die Bauherren

Ach ja, der Balkon – never ending story! Gestern war ja der Vermieter hier. Er hat irgend so einen Schaum vor das Wespennest gesprüht. Giftigen Schaum. Nach und nach tragen die summenden Tierchen das Zeug ab und tragen es ins Nest. Das wird sie langsam umbringen. Grausame Vorstellung… 🙁

 

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