Nebelschwaden

Statt wie gewohnt um 5:59 Uhr schlug ich meine Augen heute Morgen erst um 09:00 Uhr auf. Ist ja Samstag und mein Wecker hat nichts zu melden. Noch etwas benebelt rolle ich meine hellblaue Bettdecke beiseite und drehe mich verspannt zum Fenster. Durch mein Bambusrollo fällt graues Morgenlicht herein. Dabei war es bis gestern noch so schön sonnig bei blauem Himmel und auf der Arbeit so warm…

Noch etwas zerknirscht schiebe ich meinen Hintern aus dem Bett und wanke ans Fenster. Ich ziehe das Rollo auf und blicke hinunter auf die Stadt. Viel ist nicht zu sehen. Kaum Verkehr, nahezu Stille. Nur den Wind hört man in den Blättern der vielen Kastanienbäume. Der Himmel ist so grau, dass ich scheinbar nur die Hand auszustrecken brauche, um die dicke fette Wolkendecke zu berühren, die schwer über meinem Kopf zu hängen scheint. Der Blick geradeaus gibt auch nicht viel mehr her, denn Nebelschwaden hängen auf den freien Feldern rund um die Stadt. Irgendwie… bedrückend. Ich wanke barfuss über den Flur in die Küche. Die kleinen schwarz-weißen Fliesen auf dem Fußboden fühlen sich kalt an. Mein Magen knurrt und ich muss eingestehen, dass ich ihn letzthin ziemlich stiefmütterlich behandelt habe. Dummerweise gibt weder mein Küchen- noch mein Kühlschrank irgendwas her, mit dem ich das wieder gutmachen könnte… Meine Füße patschen über den hellen Laminatboden im Flur und die kleinen Fliesen im Bad sind auch nicht wärmer als in der Küche. Was macht man dagegen? Richtig: heiß duschen. Immer höher stelle ich die Temperatur, als ich unter dem wohligen Wasserstrahl stehe und schon bald hab ich meinen ganz eigenen Nebel in meinem Bad. Als ich nach einer halben Ewigkeit tropfend aus der Dusche steige ist der Spiegel so beschlagen, dass mir mein Anblick an diesem Morgen erspart bleibt. Ich greife mein knallgelbes Handtuch vom Stapel und rubbel meine Haare trocken und versuche meinem erneuerten Iro-Haarschnitt mit Haarspray und StylingWax irgendeine Richtung zu geben. Heute jedoch bleibt es bei dem Versuch.

Mit immer noch knurrendem Magen lege ich eine CD ein und pack mich zurück auf mein Bett. Kissen drunter und einfach noch bissl bei Musik relaxen. Ich überlege, was ich mit diesem Samstag anstellen könnte. Da hätten wir den dringenden Einkauf, den Riesenberg Wäsche, zum Glück keinen Abwasch und sonst jede Menge Zeit. Während dieser entspannten Gedanken gleite ich langsam wieder zurück ins Traumland, von wo ich gerade erst hergekommen war…

Ein Geräusch weckt mich um 11:40 Uhr. Mist! Ich hab den schönen Vormittag verpennt. Nicht viel wacher als zuvor verlasse ich nun endgültig mein Bett und mein Haar hat wieder jegliche gewollte Richtung eingebüßt. Das Geräusch kam aus dem Wohnzimmer, von meinem PC und dort von dem Chatprogramm, das nicht selten rund um die Uhr läuft. Jemand hat mich angechattet und dieser jemand ist Ced. Ich freue mich ihn zu sehen, auch wenn er kaum mehr Zeit als für ein „Hallo“ hat. Mein Wohnzimmer sieht ziemlich chaotisch aus. Meinen Schreibtischstuhl hab ich vor wenigen Tagen in einem Anflug unbändiger Wut zerlegt und nun steht mein großer blauer Sessel vor meinem Schreibtisch und versucht, den Stuhl zu ersetzen. Wenn ich von dem Stuhl schon Rückenschmerzen bekommen hatte, so ist mein weicher Sessel ganz sicher keine Erholung. Wenigstens treibt mich das bald wieder hoch und mit einer ziemlich umfangreichen Einkaufsliste mache ich mich daran, meine Vorräte für die kommende Woche anzulegen.

Mehr als das und den halben Wäschestapel hab ich heute nicht wirklich zu Stande gebracht. Die graue Wolkendecke über meinem Kopf hielt sich hartnäckig und ließ hier keinen Sonnenstrahl durch. Das drückt auf’s Gemüt und so hatte ich keine Lust zu gar nichts. Ced ist heute kaum online, Icebear ist in Spanien, Mischa im Trainingslager und Enni mal wieder auf und davon. Wenigstens Cläre hat uns heute endlich wieder die Ehre gegeben. Willkommen zurück!

Mein diary hingegen feiert heute wohl noch seinen zweitausendsten View. Wer wohl der Geburtstagsgast ist?

 

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