Meine Wahl

:: Lehrgangsbeginn

Gestern war ein wunderschöner Tag. Nicht nur, dass das Wetter traumhaft schön war. Gestern begann zum Beispiel endlich mein lang geplanter Lehrgang an der Akademie in Kiel. Eine Stunde früher als sonst wochentags verließ ich zerknittert mein Bett, stellte brummelnd fest, dass die Sonne noch nicht aufgestanden war und stellte mich zuallererst unter die Dusche, um den Schlaf der vergangenen Nacht wegzuspülen. Ich wusste, dass dies ein wundervoller Tag werden musste, denn wenn ich mit dem Unterricht fertig wäre, würde ich meinen Schatz wiedersehen.

Um zehn nach sieben verließ ich meine Wohnung im sechsten Stock, trug meine Umhängetasche mit viel zu vielen Sachen drin und meine Kamera bei mir, als ich unten an der Straße von der Fahrgemeinschaft abgeholt wurde. Zu dritt fuhren wir in die Stadt mit den Hochhäusern, wo wir in ein anderes Auto umstiegen. Der Wagen war vielversprechend… Golf IV, tiefergelegt, phätte Puschen, helle Ledersitze, Multimediaanlage im Cockpit! Wow! Dass auch der Fahrer nicht zu übersehen war, hat mich ja zum Glück nicht mehr nervös zu machen! Mit rasanter Geschwindigkeit und einigen flotten Pferden unter der Haube düsten wir nach Kiel. Viel zu schnell zwar, aber in dem Wagen machte das einen Heidenspaß! Mit 220 km/h sahen die überholten LKWs auf der Autobahn aus, als würden sie parken! Wahnsinn.

Viel zu früh kamen wir natürlich in der Akademie an und mussten fast eine Stunde warten, bis es losging. Wir sicherten uns gute Plätze und machten uns dann in guter alter Manier gegenseitig nervös. Nach meinem Blick auf den ausgehängten Stundenplan verbreitete ich die schlechte Neuigkeit, dass wir gleich heute bis um halb vier würden bleiben müssen. Das passte eigentlich keinem, und mir schon gar nicht, denn ich wollte Gerd am Nachmittag beim Turniertraining zuschauen… Wie sich dann herausstellte war der Plan mittlerweile geändert worden und der erste Tag sollte – genau wie alle anderen auch, nicht länger als bis 13:30 Uhr gehen. Jubel!! Der Lehrgangsbeginn war sehr entspannt, die Dozentin lud nach den Formalien erst mal alle Teilnehmer auf einen Kaffee in die Kantine ein. Sehr nett! Der Unterricht beschäftigte sich dann bei ihr mit Gesetzestexten. Erstaunlicherweise hat sie das so gut gemacht, dass es sogar mir Rechtskundemuffel Spaß gemacht hat!

:: Wartezeit

Pünktlich nach Feierabend rief ich sofort meinen Engel an, damit er mich abholen konnte. Doch als ich gerade mein Siemens CF62 aufklappte, fiel mir die SMS auf, die er mir zwischenzeitlich geschickt hatte. Seine Schwester war mit seinem Wagen unterwegs und würde erst gegen 15 Uhr zurückkommen… Ich rief ihn an, war so froh seine Stimme zu hören und wir verabredeten, dass er sich melden würde, wenn der Wagen wieder da wäre. Ich verbrachte die Wartezeit mit einer heißen Schokolade in der Kantine, machte mit Sack und Pack einen ausgedehnten Spaziergang zum nächsten Supermarkt, wo ich einer lieben Freundin ein Geschenk kaufte, weil sie Geburtstag hatte und lief dann wieder zurück zur Akademie. Noch eine halbe Stunde bis 15 Uhr. Ich setzte mich auf die Steinstufen vor dem Gebäude in die Sonne, neben mir plätscherte Wasser eine vorgegebene Bahn hinunter und hinter mir stand ein kleiner Rotahorn. Die Sonne lachte vom blankgeputzten blauen Himmel und es war schön warm. Um kurz nach drei rief Gerd mich an und sagte, er würde nun losfahren und in einer halben Stunde bei mir sein. Die Akademie ist etwas versteckt, und so trottete ich gemächlich zur großen blauen Tankstelle, die direkt an der Hauptstraße liegt, um dort auf ihn zu warten. Bald erschien sein schwarzer Kleinwagen und gemeinsam fuhren wir zu einem Zwischenstopp an die Ostsee, bevor wir uns auf den Weg zu mir nach Hause machten.

:: Geburtstag

Meine Freundin Rike hatte Geburtstag und war dafür von ihrer Diplomarbeit aus dem südlichen Niedersachsen in den Norden zurückgekehrt. Für abends waren wir verabredet, was ich als Gelegenheit nutzte, um sie und ihren Freund mit Gerd bekannt zu machen. Ich hatte das Gefühl, dass sich die drei auf Anhieb verstehen würden, und glücklicherweise behielt ich recht. Gemeinsam machten wir eine große Pizza, tranken Rotwein und plauderten über dieses und jenes. Es war ein gemütlicher Abend mit einer leckeren und ziemlich dick belegten Pizza.

Irgendwann gingen die beiden wieder und Gerd und ich waren allein. Wir legten einen Film ein („Beautiful Thing“) und machten es uns auf meiner großen blauen Couch so richtig gemütlich, ehe wir irgendwann schlafen gingen. Die Nacht war wieder wundervoll, und heute Morgen beim Aufwachen wussten wir, dass wir noch viel Zeit hatten. Erst mittags stand der Abschied an, und so hatten wir Gelegenheit zum Ausschlafen, Kuscheln und Frühstücken. Es läuft wirklich ganz hervorragend zwischen uns und ich bin sehr glücklich, ihn zu haben.

:: Wer die Wahl hat…

… der macht Kreuzchen! Nach Gerds Abreise schnappte ich mir meinen Wahlschein, zog mir eine Jacke über und lief die Straße hinunter zum Wahllokal unserer Stadt. Überall waren Menschen unterwegs und noch bevor ich das Lokal erreichte, erhielt ich eine liebe SMS von meinem Schatz. Schnell zwei Kreuzchen gemacht und schon war ich fertig. Bin mal gespannt, wie die Wahl ausgeht. Jetzt sitze ich hier und schreibe diesen Eintrag zuende. Ich freue mich schon diebisch auf das nächste Wochenende. Schon am Freitag werde ich meinen Freund wieder in die Arme schließen können, wenn auch nur für ein paar Stunden. Bis dahin sind es noch ein paar Tage, in denen ich jede freie Minute an ihn denken werde.

Ich bin verliebt.

 

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