Meine Perle

Unser letzter Besuch in Hamburg ist zwar nicht so lange her, aber nur der Stadt wegen waren wir schon länger nicht mehr dort. Bei der Landwehr-Station mussten wir diesmal einen Parkplatz an der Hauptstraße nehmen, weil alles andere voll war. Auf dem Weg zur Bahnstation löste ich schnell ein Online-Ticket über die App und dann fuhren wir mit der S-Bahn bis zum Jungfernstieg. In der Europapassage soll demnächst ein Kerzenladen eröffnen und mein Freund wollte nachsehen, ob man heute schon reinkann. Kann man nicht, und ob aus dem Rohbau bis zur Eröffnung am Sonntag ein fertiger Laden wird, konnten wir uns irgendwie nur schwer vorstellen.

Bei Thalia hatten wir mehr Glück, der Laden hat ja schon seit vielen Jahren geöffnet. Hier hielten wir uns dann auch gleich deutlich länger auf.

Während mein Freund stundenlang durch die Regale stöbern kann, bin ich ja eher der Zielkäufer, nochmal schnell durchhuschen und dann lasse ich mich lieber in einem der gemütlichen Sessel an der Panorama-Fensterfront nieder, die mir einen kostenlosen Premium-Blick auf Alster und Jungfernstieg bietet.


Einige Zeit später setzten wir uns in die U4. Die Hamburger U-Bahn hat ja endlich ihre Züge modernisiert, man kann jetzt in den Zügen von einem Wagen in den nächsten wechseln. An der Haltestelle „HafenCity Universität“ stiegen wir aus. Hier ist es immer ein bisschen seltsam. Die paar Menschen, die bis zur Endhaltestelle fahren, steigen in der Regel aus der Bahn aus, fotografieren dann die farbigen Lichtcontainer an der Decke und verlassen die Station. Und dann ist sie leer, bis auf die pausierende Bahn, die noch eine Weile am Ende der Strecke verweilt. Mein Freund und ich haben natürlich auch die obligatorischen Fotos gemacht und sind dann eine der Rolltreppen nach oben gefahren. Kein Mensch weit und breit, obwohl die Station ziemlich weitläufig ist. Über Lautsprecher werden Geräusche eingespielt, tierische Laute, die das Gefühl der Menschenleere noch ein bisschen verstärken. Hier haben wir also eine U-Bahnhaltestelle, die ihrer Zeit voraus ist. In ein paar Jahren, wenn weiter oben die Gebäude und damit der Stadtteil fertiggestellt ist, wird hier sicherlich deutlich mehr los sein.

U-Bahnhaltestelle „HafenCity Universität“, noch ist sie menschenleer.

Wie weit der Bau über der Erde fortgeschritten ist, das war mein eigentliches Ziel unseres heutigen Besuches in der HafenCity. Denn dieser Stadtteil hat noch eine Menge vor. Architekten aus aller Welt durften sich bei den Gebäuden, die hier noch entstehen, richtig austoben. Während früher die verzierte Fassade das Können des Architekten und den Geldbeutel des Bauherrn widerspiegelten, ist heute das Bauwerk als Ganzes maßgeblich. Da geht es – neben der Fassade – auch um Themen wie Nachhaltigkeit, Individualität und gleichzeitig Vielseitigkeit, es geht um themenbezogene Gestaltung und um Gebäude mit Magnetwirkung, die viele Besucher anziehen. Das hat die HafenCity auch nötig, denn viele Besucher sind heute nicht zu sehen. Nun ist das Wetter auch eher bescheiden. Wenn es auch nicht regnet, so ist es doch zugig und kühl, Farben sucht man heute vergeblich, alles ist in ein tristes kühles Grau gehüllt. Aber davon abgesehen gibt es hier noch nicht viel, was Touristen anlocken könnte, wenn sie sich nicht gerade für die Architektur interessieren. Und so gingen wir an vielen teuer aussehenden Cafés und Restaurants vorbei – die alle leer waren.

Überseequartier

Belebter wurde es erst wieder, je näher wir der Elbphilharmonie kamen. Das Konzerthaus, das inzwischen ja eröffnet ist, ist so ein Besuchermagnet. Vor dem Gebäude wimmelt es von Menschen, die sich den ehemaligen Kaispeicher mit dem gläsernen Aufbau von außen ansehen, oder sich Tickets für eine Besichtigung besorgen. Aufgrund der kühlen und grauen Witterung beschränken wir uns auf den Blick von außen und werden die Aussichtsplattform an einem anderen Tag besichtigen.

Elbphilharmonie

In direkter Nachbarschaft zur „Elphi“ befindet sich ein junger Coffee-Store, in dem man auch Snacks essen kann. Nachdem wir schon eine Weile durch die Gegend gelaufen sind, uns den Lohsepark und ein Denkmal angesehen haben, ist ein leckerer Nudel-Snack jetzt genau, was wir brauchen. Und das noch mit Blick auf das Konzerthaus! Gespart hat man hier nur an den Klos – pardon, an dem einen Klo. Für alle Gäste des Lokals. Und die Angestellten (die laut einem Schild Vorrang haben). Nach einem Blick auf die Örtlichkeit haben wir uns den Besuch dann aber lieber verkniffen. Pfui.

 

 

 

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