Malte

Jetzt sieh sich das einer an: wir haben den zweiten April und da draußen regnet es Bindfäden. Vor einem Jahr hatten wir schönes Wetter. Es war nicht heiß oder so, aber die Sonne hat geschienen. Ich hab es selbst nachgeschlagen. Ich war in Hamburg unterwegs und habe einen Haufen Photos gemacht. Und heute?

Zum Glück bin ich nicht schlecht drauf.

Wie Ihr inzwischen wisst, ist rechts von mir mein Wohnzimmerfenster. Ich sitze im sechsten Stock und kann so weit gucken, wie es die trübe nasse Luft zulässt. Dahinter liegen eine Menge Kuhweiden auf Marschboden und noch weiter dahinter die Stadt mit den Hochhäusern, die ich heute natürlich nicht sehen kann. Soviel zur Geographie dieses Sonntages.

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich am Freitag ein absolut erfreuliches Kundengespräch hatte? Ich habe bei dem Gespräch nicht ein Produkt verkauft, aber ich hätte diesem Menschen nur zu gern mein Herz geschenkt! Wow! Meine Kollegin kam zu mir und meinte: „Lacarian, Dein Neun-Uhr-Termin ist da.“ Und ich sagte: „Ja gut, er soll sich schon mal nen hübschen Stuhl aussuchen, ich komme dann gleich.“ Ich wollte was auch immer ich gerade tat noch zuende machen, zwei Minuten oder so, aber als ich den Typen entdeckte, fiel mir wirklich alles aus der Hand! Der Mann sah aus der Ferne absolut blendend aus, aber als ich direkt neben ihm saß – und das war wirklich ziemlich nah, wenn ich so drüber nachdenke – jedenfalls sah er da noch viel besser aus! Und diese Stimme! Dieser Ausdruck in den Augen! Das Lächeln!! Es war sehr angenehm mit ihm zu reden, er hat eine Menge auf dem Kasten, war gut drauf und ziemlich aufgeschlossen, ja sogar richtig interessiert – an dem Thema, zu dem ich ihn eingeladen hatte natürlich. Ich war ziemlich hin und weg von ihm, aber ich glaube ich kann das ziemlich gut verbergen, er hat es wohl nicht mitbekommen. Tja, wir waren ziemlich schnell fertig mit dem, was ich von ihm wollte – klingt das unanständig? – es waren gerade mal 20 Minuten vergangen und ich wollte nicht, dass er schon geht. Er machte den Eindruck, dass er sich nicht unwohl fühlte also schob ich noch einzwei kleine Themen ein um ihn ein wenig zu beschäftigen. Oh Mann, das ist Verzweiflung… Als Verkäufer muss man mit Kunden flirten, wie macht man dem Kunden aber klar, dass es grad nicht der Verkäufer ist, der sich da so bemüht?
Na jedenfalls war’s das. Das Gespräch war super, wäre das ein Vorstellungsgespräch gewesen hätte ich den Job. Und jetzt denke ich die ganze Zeit an ihn. Allein der Klang seines Namens ist schon angenehm, dabei ist er gar nicht so außergewöhnlich.

Im Moment macht mir die Arbeit wirklich Spaß, und wenn dann noch so nette Überraschungen dabei sind, dann lohnt es sich auch, morgens vom Wecker aus dem leeren Bett geworfen zu werden.

Ich liebe den Frühling!!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*