Mal rauskommen

Den Samstag mal im Bett verbringen, im Schlafanzug auf dem Sofa rumlümmeln, fernsehen und absolut gar nix tun – das passt ja nicht zu unserem meinem Vorsatz zu mehr Aktivität. Wie gut, dass uns Jamie spontan zu Kaffee und Kuchen eingeladen hat, und zwar in die benachbarte Hansestadt. Mit von der Partie waren auch John und Becki, die beiden haben’s da nicht ganz so weit wie wir. Und so flogen Engelchen und ich am Samstagnachmittag über die Autobahn Nummer eins gen Süden. Heftiger Sturm, der von Westen her über das Land fegte, peitschte das Regenwasser gegen mein Auto. Die Straßen vor uns bestanden nur noch aus aufgewirbelten Wasserwolken. In Hamburg angekommen stellten wir den Wagen an einer peripheren S-Bahnstation ab und fuhren von dort aus mit der Bahn ins Zentrum. Während Jamie noch einen Parkplatz jagte, waren auch John und Becki gerade in ihre Bahn gestiegen. Unterirdisch fuhren wir dem selben Ziel entgegen. Nächster Halt: Hauptbahnhof.

An einem der Ausgänge warteten Engelchen und ich auf die beiden Hamburger. Auch in der Innenstadt war das Wetter nicht viel freundlicher. Ich schrieb Becki: „Wir sind jetzt am Ausgang.“ Becki schrieb zurück: „Wir auch.“

Nachdem wir uns gefunden (wir standen keine fünf Meter voneinander entfernt) und geknuddelt hatten, schlenderten wir die Lange Reihe hinauf, wo wir Jamie wie verabredet in einem Café trafen. Er hatte uns einen Tisch belegt, was eine gute Idee war – das kleine Lokal war ausgebucht und insgeheim hatte niemand von uns so richtig Lust, bei dem Schietwetter noch nach einer alternativen Location zu suchen.

Bald darauf trug uns ein schnuggeliger Garçon köstliche Getränke und Kuchen an unseren runden Tisch. Obwohl wir zu Jamies Ehren hier waren, fühlte es sich wie eine ganz normale Plauderrunde unter fünf Freunden an. Zunächst grübelte ich noch, ob das dem Anlass angemessen sei, kam dann aber zu dem Schluss, dass das genau richtig wäre.

So verbrachten wir gemeinsam einen schönen Nachmittag bis in den frühen Abend hinein in gesellig-spontaner Runde und in – wie ich finde – urgemütlicher Atmosphäre.

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