Kurze Tage, lange Nächte

In der letzten Woche haben wir – wie in jedem Jahr – ein Ferienhaus an der Nordseeküste bezogen. Im Königreich Dänemark, natürlich. Ferienort in diesem Jahr: Henne Strand.

Im Vorfeld unseres Erholungsurlaubs hörten wir von vermehrten Einbrüchen in Ferienhäuser. Um unser wichtigstes Hab und Gut zu sichern, besorgte ich vor Reiseantritt einen Satz Alarmsicherungen für die Türen und einen Bewegungsmelder, dessen integrierte LED-Lampen im Handumdrehen Dämmerung und Dunkelheit vertreiben können.

Die lange Autofahrt begann am Samstagmorgen. Zunächst bis zur A7, dann geradewegs gen Norden bis nach Neumünster. Dort musste ein Zwischenstopp bei Starbucks unbedingt sein, denn die Weihnachtssaison hat begonnen, und das bedeutet, es gibt endlich wieder köstlichen Toffee Nut Latte! Der nächste Zwischenstopp – ebenfalls diesseits der Landesgrenze – fand traditionell in Flensburg statt. Im Fördepark erledigen wir stets den Großeinkauf für die Woche an der Nordsee. Neben jeder Menge (viel zu viel) Lebensmitteln gehört immer auch ein Brettspiel in den Einkaufswagen. Dieses Jahr: Monopoly in der „Ich, einfach unverbesserlich!“-Version mit kleinen Minions.

Den Rest der Fahrt verbrachten wir pausenlos, bis wir zweieinhalb Stunden später auf den Parkplatz der Ferienhausvermietung fuhren, unseren Schlüssel abholten und uns auf die Suche nach dem Häuschen machten. „Häuschen“ trifft es übrigens in diesem Jahr nicht so richtig. Ein größeres hatten wir nie. Nun ist es ja so, dass die Ferienhäuser in Dänemark in der Regel für mehrere Personen ausgelegt sind, weshalb wir immer mindestens drei Schlafräume zur Auswahl haben. In diesem Jahr waren es sogar fünf. Außerdem ein Bad mit Whirlpool und Doppel-Regenwald-Dusche und ein weiteres mit Dampfdusche und großer Sauna. Küche, Ess- und Wohnzimmer waren wie üblich in einem riesigen Raum kombiniert und von der Aufteilung dieses Mal besonders gut gelungen. Ringsum bodentiefe und giebelhohe Fenster und insgesamt vier Ein- bzw. Ausgänge. Drei davon präparierte ich umgehend mit den Alarmsicherungen. Für die vierte Tür hatte ich leider keine mehr. Dazu ein ziemlich großes Grundstück, das uns aufgrund der Wetterlage aber ziemlich egal war. Ach ja, und einen Aktivitätsraum mit Billard- und Kicker-Tisch.

Nicht lange nach unserer Ankunft ging auch schon die Sonne unter und die vielen Fenster und Türen waren mir plötzlich ein Graus. Ich fühlte mich wie auf dem Präsentierteller, und weil das Grundstück selbst nicht beleuchtet war, war draußen vor den Fenstern nur Finsternis. Also alle Plissees runtergezogen. Zuhause wohnen wir nicht im Erdgeschoss, was wohl der Grund dafür ist, weshalb ich mich plötzlich besonders verwundbar fühlte. Dass wir eine der Türen nicht sichern konnten, machte das nicht besser.

Zum Glück ging am nächsten Morgen die Sonne wieder auf. Jedenfalls glauben wir das, denn gesehen haben wir sie nicht. Der Sonntag verbarg sich schüchtern hinter einem dichten Wolkenschleier und die Temperaturen blieben auf Nachtniveau von sieben Grad. Da lohnte es sich auf jeden Fall, den Kamin anzuheizen. Im Nu flackerte ein Feuer und sorgte für wohlige Wärme beim ausgiebigen Frühstück.

Besonders viel Inhalt hatten die Tage nicht – das ist aber immer so. Man kann dort nicht viel unternehmen, schon gar nicht im November. Das ist genau der Grund, weshalb es uns dorthin zieht. Eine Woche mal die Welt aussperren, die Füße hochlegen und vielleicht mal einen Ausflug ans Meer machen. So ein Ausflug maß hier immerhin zwei Kilometer! Dafür konnten wir das Auto (man berücksichtige meinen Bänderriss) dann aber auch fast im Sand abstellen und fielen aus der Wagentür direkt auf den Strand.

Indoor nutzten wir Sauna und Whirlpool, außerdem die große Küche (ich habe die ersten Weihnachtskekse gebacken) und natürlich den Fernseher. Gegrillt haben wir auch. Na ja, ich hab’s getan. Es war ziemlich kalt. Und dunkel. Und mein Freund saß am warmen Kamin im Haus und las währenddessen ein Buch. Blöde Arbeitsteilung. Beim Essen hat er mir aber wieder geholfen. 🙂

Seit Samstag sind wir nun auch schon wieder zurück. Am morgigen Dienstag sollte eigentlich unsere neue Couch geliefert werden, aber das verzögert sich dummerweise auf Freitag.

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