Königlicher Urlaub

06:08 Uhr: Aufstehen.
06:15 Uhr: Taxi zu 07:05 Uhr bestellen.
07:00 Uhr: Mit dem Taxi zum Bahnhof. Es schneit.
07:15 Uhr: Wir sind fast eine Stunde zu früh am Bahnhof, also Frühstück im Bistro.
08:01 Uhr: Warten am Bahnsteig auf den Eurocity nach Kopenhagen.
08:07 Uhr: Pünktliche Abfahrt im dänischen Kurzzug. Wir teilen die Plätze mit einem Deutschen (vermutlich Lehrer) und einem Ausländer (vermutlich Franzose).
09:10 Uhr: Der Zug fährt auf die Ostseefähre in Puttgarden. Überfahrt nach Dänemark. Die Ostsee ist aufgewühlt, es regnet.

Wir begegnen dem Schwesterschiff.

09:55 Uhr: Ankunft in Rødby und Auftritt des Drogenspürhundes. Kurz darauf Passkontrolle im Zug durch die dänische Polizei. Wir sind unschuldig…
10:15 Uhr: Der Zug hält außerplanmäßig an einem kleinen dänischen Bahnhof. Wir drücken unsere Nasen an der Fensterscheibe platt und zwei Männer werden abgeführt. Der Hund schnüffelt weiter herum und die Polizei durchleuchtet den Zug. Sie scheinen etwas zu suchen…
10:25 Uhr: Die Reise geht weiter.
11:59 Uhr: Copenhagen Central Station. Wo geht’s lang??

Wo geht’s lang?

Es ist eisig, dennoch regnet es anstatt zu schneien. Schatzi und ich haben beide keinen Plan, wo es langgeht, also gehen wir rechts von Bahnhof die Straße herunter. Als uns einfällt, dass auf der Reservierungsbestätigung die Adresse unseres Hotels steht machen wir kehrt und laufen mit Sack und Pack am Bahnhof vorbei in die entgegengesetzte Richtung. Viele Hotels lassen wir links und rechts liegen, warten brav an einer roten Ampel und erreichen dann den Durchgang zu einer kleinen Tür, die wohl den Eingang darstellt. Weil sich die Tür nicht öffnen lässt warten wir bis jemand kommt. Kurz darauf erscheint eine kleine Reisegruppe. Eine in schwarz gekleidete Dame läutet. Wir ergreifen die Chance und schlüpfen mit hinein. Im ersten Stock finden wir die… Rezeption. Schatzis Kommentar: stylisch. Der kleine Raum beherbert zur Zeit vier Angestellte, die mit Laptops an kleinen runden Tischchen sitzen und lächeln. Eine blonde junge Frau lädt uns zu Ihrem Platz ein. Da ihre Deutschkenntnisse nur rudimentär sind, checken wir englisch ein.

Unser Zimmer Nummer 214 befindet sich in der zweiten Etage des Nachbargebäudes. Wir begutachten unser Domizil hingebungsvoll. Das Himmelbett ist sehr gemütlich. Uns plagt der leere Magen und so ziehen wir los, um ein Stück Kuchen und eine heiße Schokolade zu genießen – wobei „genießen“ hier nicht ganz passt, ich glaube, die Milch ist schlecht… Nach dem Verzehr der Kuchen (der wiederum sehr lecker ist) suchen wir das Weite und überlassen die heißen Schokoladen der netten blonden Serviererin.

Es regnet immer noch, als wir ein paar Blocks weiter die Touristeninformation aufsuchen. Den Stadtplan erhalten wir gratis und noch dazu eine Menge Info-Krams.
Auf der anderen Straßenseite liegt das weihnachtlich erleuchtete „Tivoli“, der Freizeitpark inmitten der Hauptstadt. Zum Verweilen jedoch ist die Luft heute zu kalt und zu nass. Der Wetterbericht für morgen verspricht immerhin besseres Wetter, und so beschließen wir, schnell dorthin zu gehen, wo wir uns von unserem letzten Besuch schon bestens auskennen. Europas längste Fußgängerzone lädt zum Bummeln und Shoppen ein, wobei nach den obligatorischen Postkarten ein paar Handschuhe hermüssen. Wir laufen in leichtem Regen bei starkem Wind bis zum Binnenhafen „Nyhavn“ – der Weihnachtsmarkt ist an diesem regnerischen Montagnachmittag jedoch verwaist. Wir queren den Hafen über eine Brücke und laufen zurück. Etwas zu Essen muss her, es muss schnell gehen und einfach (zu bestellen) sein…

Das Café Norden – Glück, wenn man einen Platz bekommt…
… und die Köstlichkeiten genießen kann.

Vor „Burger King“ liegt der „Radhuspladsen“ mit einem riesigen Weihnachtsbaum. Im Hintergrund leuchtet wiederum das „Tivoli“ in weihnachtlichem Lichterzauber. Froh über die Sitzmöglichkeit halten wir uns im Trockenen eine Weile auf. Um 18 Uhr gehen in den umliegenden Geschäften die Lichter aus. Es ist natürlich noch zu früh, um ins Hotel zurückzugehen. Also laufen wir die Fußgängerzone noch einmal zur Hälfte hinauf und setzen uns in die gemütlich-urbane Atmosphäre des „Café Norden“, jenen Lokals, das wir schon vor drei Monaten von außen bewundert hatten.

Das Hardrock-Café in Kopenhagen liegt direkt am „Tivoli“. Die Musik ist angenehm laut und an der Bar warten zwei freie Stühle auf unsere durchgefrorenen Hintern. Carlsberg ist die Hausmarke und so bestelle ich ein Bier. Schatzi ist etwas experimentierfreudiger und ordert die Weihnachtsausgabe. Der flippige Afro-Amerikaner zapft mit gekonnten Handgriffen mein Pils, doch bei Schatzis Weihnachtsbier gurgelt die Zapfanlage und spuckt nicht mehr als ein wenig Schaum in das große Glas. Zehn Minuten später ist das Fass gewechselt und das Glas füllt sich endlich mit dem dunklen sprudelnden Bier. Es ist sehr lustig mit meinem Engel an der Bar und noch viel lustiger nach dem zweiten Glas. Zufrieden wanken wir spät zurück ins Hotel und fallen erschöpft in einen tiefen Schlaf.

 

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