Katzenjammer – Montag

Das Haus ist super! Na klar ist es das, wir haben es ja vor genau einem Jahr schon getestet! Seit Samstagnachmittag sind wir hier, angereist bei Sonnenschein, angekommen in der Dämmerung eines November-Spätnachmittages. Ausgelassen hatten wir das Gepäck aus dem blauen Auto geräumt, unsere Klamotten für die Woche im Kleiderschrank verstaut und versucht, den Kamin anzuheizen (am Sonntag war es uns dann gelungen, nachdem wir zusätzlich noch Anzünder und Zündholz gekauft hatten).

Am Montag waren wir schon einigermaßen entspannt und haben den Tag gelassen mit allerlei Indoor-Aktivitäten verbracht (Ihr wisst schon, fernsehen, Monopoly, lesen und so). Abends überraschte mich mein Freund mit dem Wunsch, die Sauna zu benutzen (er hat noch nie die Sauna benutzt!). Also warfen wir den Elektroofen an und warteten auf eine Temperatur von 60 Grad, mit der wir beginnen wollten. Nach einer halben Stunde war es so weit, wir ließen die Hüllen fallen, schnappten uns unsere Handtücher und machten es uns auf den Holzbänken so bequem wie möglich.
Das Telefon hörten wir erst, als wir in einer Abkühlungspause aus dem hölzernen Raum traten. Auf dem Display leuchtete, klingelte und vibrierte ungeduldig der Name unserer Freundin und Catsitterin Emma. Mir schwante Böses, während mein Freund unter der kalten Dusche stand. Ich ging ran und Emma erzählte mir, mit Neelix, einem unserer Kater, würde etwas nicht stimmen. Er verhielte sich merkwürdig, ließe sich nicht mehr anfassen und versteckte sich die ganze Zeit. Das klang für mich nach einer seiner Panikreaktionen auf angreifende Wollschals (lange Geschichte) und ich versuchte, sie zu beruhigen. Er liefe aber auch noch alle paar Augenblicke auf Klo, würde dann schreien und unverrichteter Dinge wieder herauskommen. Das klang schon ernster. Ich bat sie, die Nummer des tierärztlichen Notdienstes aus dem Internet herauszusuchen und dort anzurufen, nur zur Sicherheit. Das wollte sie tun. Zurück in der Sauna war mir der Spaß am Schwitzen vergangen. Stattdessen war mir kalt und ich zitterte. Ich sah unseren Urlaub schon vorzeitig schwinden…

Ungefähr zwei Stunden später, wir saßen nervös auf der schwarzen Couch im offenen Wohnzimmer am Kamin, meldete sich Emma wieder. Der Kater wäre jetzt in einer Tierklinik, am Tropf und er müsste mindestens drei Tage dort bleiben. Er hätte einen schweren Harnwegsverschluss, wahrscheinlich wären die Nieren geschädigt. Vermutlich müsste er sogar operiert werden… Diese Brocken musste ich erst einmal schlucken. Ich fragte sie, ob sie damit zurechtkäme oder ob wir nach Hause kommen und uns um alles weitere kümmern sollten. Sie sagte, wir sollten unter keinen Umständen abbrechen, uns ja schön erholen, wir könnten ja auch nichts anderes ausrichten. Erschüttert und zugleich erleichtert stimmte ich zu. Emma sagte, sie würde sich am Dienstag wieder melden, auch um uns zu sagen, wie es unserem zweiten Kater ginge, der in seinem ganzen Leben noch nie von seinem Bruder getrennt war…

 

Weiter am Dienstag

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