Katzenjammer – Mittwoch

Es ist Vormittag und wir sitzen am Frühstückstisch. Emma ist am Telefon. Sie hat Neelix aus der Klinik geholt und dabei fast einen Arm verloren (na gut, das war jetzt vielleicht etwas übertrieben). Der Kater sei so durch den Wind gewesen, erzählte sie, dass er sie aus dem Käfig heraus angefallen und seine Krallen in ihren Arm gerammt hat. (An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den erfahrenen Tierarzt, der die liebe Emma in diese Falle hat laufen lassen!) Später, in Emmas Wohnung, war dann alles wieder gut. Neelix fühlte sich wieder sicher – nur sein Bruder verhielt sich seltsam. Er knurrte und fauchte den verwirrten Ex-Patienten an, der sich erstens tagelang nicht hat blicken lassen, zweitens nach einer absonderlichen Mischung aus Chemikalien stank, drittens plötzlich teilrasiert war und viertens hat sich der weiße Kater während der Abwesenheit seines Bruders heimlich das gesamte Revier unter die Kralle gerissen. Alles in allem klang das aber ganz gut und wir fügten uns wieder beruhigt in unseren Urlaub zurück. Puh, Glück gehabt. Und die 300 Euro für den Tierarzt sind ärgerlich, aber das hätte auch schlimmer werden können…

Es ist Nachmittag. Wir sitzen im Auto, um Brennholz und Vorräte für die letzten drei Tage zu besorgen, als das Telefon klingelt. Frohen Mutes geht mein Freund ran, in Erwartung des neuesten Statusberichtes. Doch seine Miene verfinstert sich von Minute zu Minute. Als er auflegt, ist unser Urlaub beendet. Emma ist ganz aufgelöst, weil sich der Kater erneut sehr seltsam verhält, die ganze Zeit miaut und zudem überall in der Wohnung kleine Pfützchen hinterlässt. Die Feindseligkeit zwischen den Brüdern hat sich so sehr verfestigt, dass sie getrennt werden mussten. Die Situation scheint zu eskalieren. Weil Emma mit den Nerven mittlerweile zu Fuß ist, beschließen wir, doch nur für den heutigen Tag Essen und Brennholz zu kaufen. Das Ferienhaus können wir heute nicht mehr übergeben, weil die Hausverwaltung in weniger als einer Stunde schließt und wir noch packen und putzen müssen. Wir hatten außerdem die Hoffnung, dass Emma am nächsten Morgen noch rechtzeitig Entwarnung geben und die vorzeitige Heimreise überflüssig machen würde. Doch leider blieb das Telefon von da an stumm…

Weiter am Donnerstag

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