Jahresrückblick

Ein Jahr geht zur Neige, und während ich noch das Bett hüte, um meine Jahresendgrippe zu kurieren, wird es wieder Zeit für meinen ganz persönlichen Jahresrückblick.

2010 begann im Januar und gleichzeitig in Eis und Schnee. Zum letzten Jahreswechsel hatte uns der Winter fest im Griff. Niemand ahnte zu der Zeit, dass das noch für viele Wochen so bleiben sollte, weshalb wir die ersten Sonnenstrahlen nutzten, um auf Fotosafari zu gehen.

In meinem Geburtsmonat Februar suchte mich dann die erste Erkältung heim. Das war bei dem Winter aber auch nicht allzu seltsam. Zum Glück war ich zu meinem Geburtstag wieder fit. Im selben Monat begann für uns die Kinosaison. Mit „Oben“ und „Avatar“ liefen gleich zwei Blockbuster, die wir zum Glück nicht versäumt haben.

Im März ging es nahtlos weiter – mit dem Winter und dem Kinoprogramm. „Alice im Wunderland“ in einer Verfilmung von Tim Burton konnte uns allerdings nicht vom Kinositz reißen. Nur eine Woche später begann das Tauwetter, und bevor es zu spät war, ging ich in Hamburg mit Freunden eislaufen. Das hatte ich schon ein paar Jahre nicht mehr getan und brauchte ein paar Runden, bis ich wieder einigermaßen standfest auf den Schlittschuhen war. Tja und dann wurde es plötzlich Frühling. Das Tauwetter hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und den Schnee fast restlos dahin schmelzen lassen. Wie auf Kommando explodierten im Stadtpark die Krokusblüten und tauchten den monatelang winterweißen Ort in ein wahres Farbenmeer. Ende des Monats wurde das Nesthäkchen von meinen Geschwistern volljährig (inzwischen sind wir alle aus dem Haus und meine Eltern haben sich einen Hund zugelegt). Und dann zog es uns nochmals ins Kino. „Drachenzähmen leicht gemacht“ ist ein blöder Titel für einen richtig tollen Animationsfilm.

Nachdem der Winter das Land also endlich freigegeben hatte, nutzten wir im April die Kamera zu einem Ausflug nach Hamburg. Als HafenCity-Fan war ich auf den Fortschritt der Bauarbeiten gespannt. Zu der Zeit erfuhr ich erstmals davon, dass Hamburg eine neue Straßenbahn erhalten sollte. Leider wurde das Projekt aus Kostengründen inzwischen eingestellt, nachdem Ole von Beust sein Amt als Oberbürgermeister der Hansestadt in diesem Jahr vorzeitig zur Verfügung gestellt hat. Ebenfalls im April erfüllte ich mir den lange gehegten Wunsch einer Modelleisenbahn. Zu Beginn hatten die Kater am Zuschauen wohl mindestens ebenso viel Freude wie ich. Mit der Zeit scheiterte die Expansion aber an mangelnder Zeit und noch viel mangelnderem Platz.

Im Mai gab es eine „Willkommen-zu-Hause“-Party für meinen Bruder. Er war ein halbes Jahr als Soldat in Afghanistan und hat dort wirklich schlimme Dinge miterlebt. In ein paar Tagen fliegt er leider schon zu seinem nächsten halbjährigen Einsatz dorthin. Im Mai nahmen auch die umfangreichen Projektaufgaben in meiner Firma so richtig Fahrt auf, die mich (und alle anderen Kollegen) seit Monaten ziemlich in Schach hielten. Im Kino waren wir natürlich auch, aber „Prince of Persia“ hätten wir uns auch sparen können.

Der Juni stand ganz im Zeichen der Fußball-Weltmeisterschaft, die diesmal in Südafrika ausgetragen wurde. Aufgrund der Projektarbeit hatte ich unseren kleinen Beamer und mein Notebook mit in die Firma genommen, damit wir uns während der Arbeit zumindest ein paar der Spiele ansehen konnten.

Unser Projekt erfuhr seinen erfolgreichen Abschluss Mitte Juli. Seinerzeit dachten wir noch, dass es bald darauf wieder ruhiger würde und wir zum Alltag übergehen könnten. Aber dank der Finanzkrise lässt sich gerade der Gesetzgeber immer etwas Neues einfallen, um das zu verhindern. Neue Richtlinien, neue Vorschriften, neue Gesetze, gültig ab sofort, gültig ab 31.12. usw. Der aktuelle Ausnahmezustand wird wohl bis mindestens zur Jahresmitte 2011 anhalten.

Zum Glück gab es da noch den August, in dem ich meine erste Woche Urlaub seit knapp einem Jahr nehmen durfte. Mit dem Urlaub ist es bei mir immer so eine Sache, ich bin dann immer unheimlich verschwenderisch. Dieses Mal musste die Geldbörse einen neuen Fernseher hergeben. Das HD-Gerät zeigt einfach satte Farben und es macht richtig Spaß, unsere Blu-rays darauf anzusehen. Satte Farben gab es wenig später auch auf dem CSD in Hamburg. Zum ersten Mal überhaupt haben mich mein Engel und zwei meiner besten Freunde zu dem Event begleitet. Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück, es war so heiß, dass die meisten Jungs kaum was anhatten… Im August lief der Film „Ich & Orson Welles“ an, den ich damals auf keinen Fall verpassen wollte. Leider hatte ich die Rechnung ohne die hiesigen Kinos gemacht, die den Film gar nicht erst zeigten. Inzwischen habe ich mir den Film heruntergeladen (natürlich legal!) und werde ihn mir wohl in den nächsten Tagen endlich ansehen. Ins Kino kamen wir dann trotzdem noch, um uns „Inception“ anzusehen, einen Film, der einen gewaltig positiven Eindruck bei uns hinterlassen hat.

Im September endete der bis dahin so heiße Sommer abrupt und der wechselhafte Herbst hielt Einzug. Einen der schöneren Tage nutzten wir zu einem Ausflug ins nahegelegene Schwerin. Ich bin zuvor nie dort gewesen, wollte mir aber unbedingt das schöne Schloss, das ich bislang nur von Fotos kannte, einmal in der Wirklichkeit ansehen. Und es ist tatsächlich wunderschön. Im Jahr zuvor hatten wir uns das Plöner Schloss angesehen und waren schon begeistert, Schwerin legt da aber nochmal eine Schippe drauf. In der zweiten Monatshälfte hießen wir gemeinsam mit lieben Freunden den Herbst bei Federweißer und Zwiebelkuchen willkommen (wenn ich daran denke, könnte gern schon wieder Herbst sein…).

Der Oktober war geprägt von Vorfreude auf den gemeinsamen Jahresurlaub und den Vorbereitungen darauf. So mussten die Fürsorge für unsere Kater geregelt, Koffer gepackt und Pläne geschmiedet werden. Der Wagen wurde winterfest gemacht und meinen Augen gönnte ich nach drei Jahren mal wieder frischen Durchblick mit einer neuen Brille.

Der Urlaub an der dänischen Nordsee war dann im November auch sowas von erholsam! Eine Woche Ruhe und Frieden, und die ausgesperrte Welt drehte sich einmal nur um uns. Soviel Glückseligkeit ist anscheinend ungesund, denn bald darauf streckte uns eine Grippe nieder. Wenigstens gemeinsam…
Der Winter ist zurück! Einen Monat später als im Jahr zuvor versank im Dezember das Marzipan-Umland im Schnee. Gesperrte Autobahnen, geschlossene Schulen (= glückliche Lehrer) und zum Teil zwei Meter Schnee binnen zwei Tagen. Nur in der Marzipanstadt selbst war davon zunächst nichts zu merken. Erst mit ein paar Tagen Verspätung fielen dann auch hier die Schneeflocken und hüllten alles in einen weißen Mantel. Vor allem Bahnreisende kamen bei diesem Wintereinbruch voll auf ihre Kosten, so auch mein pendelnder Engel, der auf dem Heimweg in einem kleinen Ort mit dem Zug festsaß. Während ich ihn nach einer guten Stunde mit dem Auto abgeholt hatte, saßen andere Bahnreisende bis zu vier Stunden in der Kälte fest und wurden von Katastrophenschutz, Rettungswagen und Feuerwehren versorgt und in Notunterkünfte gebracht. Auf der Büroweihnachtsfeier war ich zum allerersten Mal im Casino und hatte gleich Glück. Für die erhoffte Million hat es zwar nicht gereicht, aber Spaß hat es gemacht. Jetzt, wo das Jahr in die Schlussakkorde haut, hat mich direkt nach Weihnachten schon wieder eine Grippe erwischt, diesmal so schlimm wie seit vielen Jahren nicht mehr. Entweder werde ich unvorsichtiger oder einfach anfälliger. Zum Glück geht es mir schon wieder so weit gut, dass ich wohl auf den Jahreswechsel werde anstoßen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*