I wanna be a billionaire…

Der gestrige Abend hat gehalten, was er versprochen hat. Die diesjährige Weihnachtsfeier im Kollegenkreis wurde im Nobelviertel der Marzipanstadt ausgetragen. Den Auftakt gestalteten wir kulinarisch in einer Weinwirtschaft, wo wir uns bei argentinischem Steak, Kalbsgoulasch und Entenbraten leckere Weine anreichen ließen. Ziemlich ausgefallen (nichts, wohin ich meine Geldbörse im „normalen Leben“ ausführen würde), aber auf jeden Fall sehr lecker. Zum Dessert gabs crème brûlée – für mich eine Premiere die man durchaus wiederholen kann. So ein dekadentes Essen dauert ja eine ganze Weile, immerhin will jede Geschmacksknospe berücksichtigt und jedes Gesprächsthema ausgiebig behandelt werden.

Schließlich mussten wir uns schon ziemlich beeilen, denn um halb zehn waren wir mit „unserem“ Croupier im Casino gegenüber verabredet. Also sammelten wir unsere Habseligkeiten zusammen und stapften durch den Schnee ein Gebäude weiter. Ich war noch nie zuvor in einem Casino, aber weil eine Grundausstattung mit Jetons in unserem Budget für die Weihnachtsfeier enthalten war, musste ich ja nicht mit meinem eigenen Geld spielen.

Es folgte eine Einführung in amerikanisches Roulette. Roulette als solches ist nichts weiter als eine Wette auf eine Zahl, eine Farbe oder einen Zahlenbereich. Amerikanisches Roulette hat die Besonderheit, dass es mit nur einem Croupier am Tisch gespielt wird. Die Einführung war ziemlich anschaulich und Dank Sekt auch noch ziemlich lustig. Danach fühlten wir uns mehr oder weniger bereit, unsere Jetons einzusetzen. Ich entschied mich, zuerst ein wenig zuzusehen, um ein Gespür zu bekommen. Es dauerte nicht lange, da waren die ersten Mitspieler schon raus. Meine ersten Einsätze waren zum Glück gleich erfolgreich, so dass ich meine ersten beiden eingesetzten Jetons gleich verdreifachen konnte. Also packte ich die Grundausstattung zurück in das Samtsäckchen und spielte nur noch mit dem Gewinn weiter. Ich war auf dem besten Weg, Millionär zu werden! Zwischendurch musste ich herbe Rückschläge verkraften, bei denen ich den Grundstock wieder auspacken und einsetzen musste. Bald hatte ich beide Hände voller Jetons und hatte schon gefährlich viel Spaß am Gewinnen. Und weil man aufhören soll, wenn es am schönsten ist, stieg ich aus, als ich meinen Einsatz verdreifacht hatte. Ich ging zur Kasse und löste auf dem Weg zu meiner ersten Million meine gewonnenen sechzig Euro in Bares ein. Das war doch mal ein erfolgreicher Abend!

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