Himmel & Hölle

:: international

heute war ein tag der besonders anstrengenden art. das fing schon mit dem aufstehen an. nachdem ich mit einer freundin bis ein uhr nachts in interessante gespräche verwickelt war habe ich meinen wecker heute früh ohne schlechtes gewissen um eine volle stunde vertröstet und kam folglich auch erst um acht uhr in der firma an. trotz des donnerstagstypisch schönen wetters lief zunächst nicht viel und meine konzentration fing sogar noch später zu arbeiten an als ich.

um neun uhr in der frühe hat meinereiner noch den ganzen langen arbeitstag vor sich, doch genau zu der zeit wurde es nötig, meinen verstand schnell auf hochtouren zu bringen, um ein internationales problem zu lösen!

um neun uhr kam ein mann zu mir, der mir in englischer sprache eindringlich schilderte, dass er dringend geld aus seiner heimatstadt florenz in italien benötigte. er sei vor knapp drei wochen bei einem der italienischen restaurants in unserer stadt angeheuert und nun ohne bezahlung vor die tür gesetzt worden. dummerweise hatte dieser mann nicht das nötige kleingeld, um sich das rückflugticket zu kaufen. was tun?

in absprache mit der auslandsabteilung unserer bank einigten wir uns darauf, dass seine eltern ihm aus italien per express-zahlung die benötigte summe über unsere korrespondenzbank transferieren. so etwas dauert im besten fall wenige stunden, schlimmstenfalls einen tag. der gute mann verabschiedete sich also vorerst bis zum späten nachmittag.

während des tagesverlaufs und nach ein paar weiteren nicht alltäglichen problemchen telefonierte ich erneut mit unserer auslandsabteilung um zu erfahren, ob die zahlungsbestätigung der italienischen bank bereits vorläge. leider fehlanzeige. gegen 17 uhr kam der mann dann wieder, doch auch diese nachfrage bei diversen stellen ergab keine bessere antwort. weil ich so schnell aber nicht aufgebe, rief ich direkt bei unserer korrespondenzbank in hamburg an, doch obwohl die dame dort am anderen ende der leitung wirklich sehr bemüht war, war weder ein zahlungseingang noch eine bestätigung aus italien eingegangen. als letzten strohhalm bat ich sie, die korrespondenzen zu nutzen, um direkt mit der italienischen bank zu telefonieren, was sie alsdann versuchte – leider war dort aber niemand mehr. das problem blieb also für heute ein problem und ich konnte dem mann an diesem tag keine lösung anbieten. zum glück wusste er es zu schätzen, dass ich himmel und hölle in bewegung gesetzt hatte. nun kommt er morgen früh wieder, in der hoffnung, dass das geld eingegangen ist. einen notfallplan haben wir auch noch, wenn’s hart auf hart kommt, schickt seine bank in florenz mir persönlich ein telefax mit der zahlungsbestätigung.

das problematische an der ganzen sache ist, dass ich den mann nicht kenne. wäre er ein kunde unserer bank würde ich ihm das benötigte geld im gegenseitigen vertrauen einfach im voraus auszahlen, aber bei fremden personen geht das natürlich nicht und sein wort reicht da nicht aus.

bleibt also nur daumendrücken für morgen früh.
nach einer kurzen unterbrechung ist es nun bereits 22 uhr und morgen nach feierabend steht eine große jubiläumsparty an, die sicher bis weit in den samstagmorgen andauern wird. ich werde berichten. am samstag geht’s nach hamburg, wo ich nen freund aus der wehrdienstzeit treffe und am sonntag wird gewokt, bissel billard, bissel tanzen – kurz, das wochenende wird nicht langweilig. ob ich da zum diary komme, bezweifle ich, aber wozu hat man die woche 🙂

nach diesem eher untypischen eintrag wünsche ich allseits guts nächtle.

 

:: nachtrag

freitag, 01. april 2005 12:56 uhr
stimmt, das problem mit dem italiener hat sich gelöst, das geld war heute früh um halb acht bereit. da fing der tag gut an und ging auch noch gut weiter, bisher.

 

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