Helferlein

Seit „Fukushima“ vor einem halben Jahr zu einem Synonym für „Atomkatastrophe“ wurde, so wie Tschernobyl 25 Jahre zuvor, ist im Energiesektor in Deutschland richtig Bewegung. Das endgültige Aus für die Atomkraft hierzulande ist beschlossen, erneuerbare Energien sind im Aufwind. Das ist auch gut so, und damit einher geht ein Umdenken bei den Energieverbrauchern – wenn auch nicht mehr ganz so rasant wie noch vor wenigen Monaten.

Kürzlich sind gerade die nächsten Glühbirnen aus dem Handel verschwunden. Nach den 100- und den 75-Watt-Birnen im Jahr 2009 bzw. 2010 mussten in diesem Monat auch die 60er in Rente gehen. Im nächsten Jahr wird dann der Schlussstrich unter die über 130 Jahre alte Glühbirnen-Technologie gezogen, die den Großteil ihrer beanspruchten Energie in Wärme, statt in Licht umwandelte.

Seither sind Energiesparlampen hoch im Kurs. Die meisten von ihnen sind sogenannte Kompakt-Leuchtstoff-Lampen. Die klassische Leuchtstoff-Röhre kennt wohl jeder, die Lampe, die nach dem Einschalten zwei-drei Anläufe braucht, bis sie mit einem Pling endlich leuchtet. Klassische Energiesparlampen sind im Grunde nichts anderes, nur dass die Röhre dünner und zusammengefaltet ist, damit sie in eine handelsübliche Leuchte passt und zumindest Ähnlichkeit mit der heißgeliebten Glühbirne hat.

Somit ist doch eigentlich alles gut. Wenn da nicht die Schadstoffe wären, weswegen sich diese Energiesparlampen eben doch nicht so richtig grün mit der Umwelt sind und dem Verbraucher bei der Entsorgung zur Last fallen. Die Alternative dazu sind derzeit LED-Lampen (LED steht übrigens für „licht-emittierende Diode“ oder auf englisch „light-emitting diode“). Natürlich sind auch die nicht ganz unumstritten und stecken für mein Empfinden noch in den Kinderschuhen. Sie werden nicht heiß und nutzen den Strom daher nahezu vollständig für ihren eigentlichen Zweck, das Licht. Dadurch verbrauchen sie extrem wenig Strom, nämlich nur ein Fünftel einer Glühlampe. Und sie halten über viele Jahre, einige zum Beispiel 25 Jahre. Eigentlich super. Wenn da nicht der Preis wäre… Neulich im Baumarkt kaufte ich eine LED-Lampe für eine klassische E27-Fassung. Eine einzige Wattgröße war erhältlich: 1,6 Watt.

LED „Parathom CL P 15“ von OSRAM
E27, Warm White, 1,6 W

Lacarian – völlig ahnungslos, wie man 1,6-LED-Watt in glühbirnisch übersetzt – greift zu und löhnt 15 Euro. Zu Hause schraubt er sie in die Leuchte über dem Esstisch, drückt auf den Lichtschalter und… ist enttäuscht. Zum Vergleich tauscht er sie gegen eine 20-Watt-Kompaktleuchtstofflampe aus – und die Sonne geht auf!

Hinterher ist man immer schlauer, mit 1,6-LED-Watt kommt man im Glühbirnenbereich auf gerade mal 8-10 Watt. Schade, dass diese Info im Baumarkt nicht zu bekommen war…

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