Heißer CSD

Die Sonne brannte schon erbarmungslos, als mein Freund und ich um 10 Uhr in den Wagen stiegen. In einer Stunde waren wir mit Becki, John und zum ersten Mal auch Jamie in Hamburg verabredet, um gemeinsam die Parade des diesjährigen Christopher-Street-Day mit zu laufen. Während Becki kurzfristig absagen musste, um ihren Paps im Krankenhaus zu besuchen, machten mein Freund und ich uns als erste auf den Weg. Wir fuhren mit der Bahn bis zum Hauptbahnhof und gingen von dort in die legendäre Lange Reihe, wo traditionell die Parade beginnt. Wir waren ein bisschen spät dran. Ich hatte gerade noch Zeit, mein braves gegen ein selbst-kreiertes CSD-Shirt zu tauschen, als sich der Umzug auch schon in Bewegung setzte. Angeführt von Olivia Jones passierten uns bunte Kostüme, extravagante Perücken, Gummi, Leder und Latex und ein Party-Truck nach dem anderen. Wir blieben zunächst am Rand stehen, um die vorbeiziehende Menge zu betrachten, als mein Blick plötzlich links von mir ein bekanntes und seit einer Ewigkeit nicht gesehenes Gesicht erblickte. Mein alter Freund Gil war aus Berlin angereist, hatte sich unter die 135.000 CSD-Besucher gemischt und schaute mich nun mit großen Augen an. Wir haben uns nicht mehr gesehen, seit ich 2006 in die Marzipanstadt und er in die Hauptstadt gezogen war. Wir fielen uns natürlich erstmal um den Hals und unterhielten uns kurz. Bevor wir weiter zogen, rief ich ihm meine Mail-Adresse zu und hoffe, er schreibt mal.

Kurz darauf wagten wir uns aus dem Schatten und stürzten uns ins Getümmel. Die Parade unter dem Motto „Grenzenlos stolz statt ausgegrenzt“ nahm ihre seit Jahren übliche Strecke auf, vorbei am Hauptbahnhof, die Steinstraße hoch, mit einer (diesmal kurzen) Pause in der Mönckebergstraße, wo wir John und Jamie einsammelten, und dann weiter um die Alster bis zum Jungfernstieg. Die Hitze war Dank einer leichten Brise gut erträglich und so endete nach einiger Zeit der Umzug.

Eigentlich hatten wir auf der großen Wiese im Stadtpark gemütlich grillen wollen, hatten aber nicht einkalkuliert, dass es da Beschränkungen geben könnte, die uns einen Strich durch die Rechnung machten. Da wir ohnehin noch kein Fleisch gekauft hatten, entschieden wir fünf uns kurzerhand um und besuchten ein Steakhouse im Alstertal. Satt, zufrieden und mit runden Füßen fuhren mein Freund und ich spätabends wieder heimwärts, wo wir es gerade noch unter die Dusche schafften und dann ins Bett fielen.

Für mehr Bilder klicken.
Für mehr Bilder klicken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*