Gefühls-Chaos

Wer in den letzten Tagen *tempus fugit* aufgeschlagen hat, hat auf den Seiten nichts neueres entdecken können als einen Kaffeefleck hier und etwas angetrocknetes Kerzenwachs dort. Gibt es von meinem Leben nichts mehr zu erzählen?

Doch, das gibt es. Aber ich habe selbst noch Schwierigkeiten das alles zu bewerten und weiß daher nicht so recht, wie ich das aufschreiben soll und welchen Ton das alles bekommen soll. Wer nun das Gefühl hat, ich würde wirres Zeug reden, der hat das ziemlich schnell durchblickt.

Um der wenigen Zeit, die ich heute nur habe, gerecht zu werden schreibe ich mal die Kurzfassung nieder. Einen lieben Freund aus meinem hochfrequentierten Chatroom habe ich im Juli zum ersten Mal treffen können. Wir haben einen wundervollen Tag miteinander verbracht, der die Prädikate „aufregend“, „kuschelig“, „spontan“ und „überraschend prickelnd“ verdient. Ein perfekter Tag, der mein Herz auf Höhe von Wolke sechseinhalb trieb. Ich hatte mich verliebt. Darauffolgende Chats nutzte ich, um herauszufinden wie Jörg das sah. Während er sich zunächst natürlich nicht festnageln ließ, wurden die Flirts intensiver und ich geriet schon ins Wanken, ob ich immer noch nach Hamburg ziehen will… Vor anderthalb Wochen nun hatte ich das Gefühl, dass Jörgs Aufmerksamkeit fast unmerklich von mir abgeschweift war und nun jemand anderen fokussierte. Da man aus Fehlern lernen soll sprach ich ihn darauf an, und siehe da: derjenige, der ihn besonders interessierte, trug nicht meinen Namen. Warum muss man sich seine Körbe neuerdings eigentlich ständig selbst abholen?? Nun ja, alles halb so wild, mein Herz hatte Wolke sieben ja noch nicht erreicht und mit der „Niederlage“ kam ich gut zurecht, auch wenn sich Herz und Kopf bei Jörg ausnahmsweise mal völlig einig waren.

Überhaupt nicht einig sind sich die beiden bei einer anderen Geschichte, die mir weit mehr Kopfzerbrechen bereitet. Mein Herz hat bei einem anderen Mann Wolke sieben längst erreicht, mein Kopf jedoch versucht es mit aller Macht wieder herunterzuziehen. In einem anderen Chat verbringe ich mit diesem Mann jede freie Minute, ich vermisse ihn, wenn er nicht da ist und ich bin überglücklich, wenn wir (wenn auch bisher nur virtuell) zusammen sind. Und ihm geht es genau so. Perfekt, oder? Dummerweise ist er gar nicht der Mann, den ich für eine stabile und sichere Zukunft brauche. Das zu erklären fällt mir schwer, ich weiß es einfach. Eigentlich sollten wir wohl aufhören ständig zu chatten und etwas auf Distanz gehen, aber irgendwie geht das nicht. Was zwischen uns ist, liegt bereits weit jenseits einer einfachen Freundschaft, aber ich versuche krampfhaft, uns nicht als Liebespaar zu bezeichnen. Rede ich mir das nur ein? Mein größtes Problem mit dieser Geschichte ist, dass ich ihm dabei sehr weh tue. Zwar habe ich die Grenze bereits sehr früh festgezurrt, aber fair erscheint es mir nicht, denn unser Umgang erweckt durchaus den Eindruck, dass da viel mehr draus wird. Er liebt mich, ich liebe ihn, und dennoch soll nicht das daraus werden, was es schon fast geworden ist.

Das ist alles sehr verwirrend und ich weiß nicht so recht damit umzugehen.

 

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