Frühsport

:: morgenstund hat gold im mund

zum 10.709. mal in meinem leben begann der tag damit, dass es heute früh hell wurde. als frischluft-liebhaber hatte ich gestern abend das fenster offen gelassen. laut kalender haben wir sommer, daher habe ich wirklich nicht viel an wenn ich schlafen gehe. die vielen träume der vergangenen nacht haben mich wohl ganz schön durchgerüttelt, jedenfalls ist meine bettdecke von meinem doch ziemlich breiten bett gefallen. gemerkt habe ich das erst, als ich sie kurz vor dem weckerklingeln wieder über meine ohren ziehen wollte und der griff ins leere ging. da fiel mir dann auch auf, dass mir ganz schön kalt war, denn auch die sonne wollt’ sich heute noch nicht so recht blicken lassen.

dass mein wecker mich heute trotz urlaub hätte wecken müssen (wenn ich ihm nicht zuvor gekommen wäre) hatte einen besonderen grund: es ist mittwoch. gut, das allein reicht vielleicht nicht, aber mittwochs ist mein jogging-tag. einmal in der woche raffe ich mich auf um mit zwei freunden in einem benachbarten waldstück zu laufen. sonst tun wir das nur nachmittags, weil ich ja arbeiten muss, aber heute wollten wir die jungfräulich-frische waldluft am morgen genießen. gesagt getan. ich bin also über meine bettdecke am laminatboden über den flur ins bad getapert, hab nachgesehen, ob mein muskelkater vom wochenende noch da ist und dann eine schöne heiße dusche genossen.

Sport-Outfit

ein biofrühstück und ein glas eiskaffee weckten dann die noch schlafenden geister und so konnte der tag beginnen. nachdem ich in meine sportklamotten gestiegen war suchte ich meine wasserflasche. sie lag noch im wagen, also schnappte ich mir meinen wohnungsschlüssel, ließ den fahrstuhl unbeachtet und lief die sechs stockwerke hinunter. ein zwischenstopp am briefkasten – nur werbung! als ich gerade aus dem haus stürmte kamen meine beiden freunde bereits um die ecke. ich entsorgte die werbung im müllcontainer, holte meine wasserflasche aus der mittelkonsole meines neongelben kleinwagens und dann konnte es losgehen. das waldstück liegt eine ortschaft entfernt, also fuhren wir wie immer mit dem wagen dorthin (man muss das mit dem laufen ja nicht übertreiben…). zehn minuten und ein rechtzeitig bemerkter blitzkasten später kamen wir an. nahmen einen letzten schluck aus der pulle und fingen quatschend an zu laufen. unsere runden sind nicht so furchtbar groß, es soll ja auch spaß machen. mitten auf dem weg räumte ein mann (war es der förster?) irgendwelches astwerk vom weg, warf uns ein „moin, moin“ zu und wir hechelten vorbei. einmal um den see, der ziemlich trübes wasser enthält, bis zurück zum ausgangspunkt und dann noch eine kleine auslaufrunde. das sollte dann auch schon reichen. keuchend und schwitzend liefen wir langsam zum wagen zurück, leerten schluck für schluck unsere wasserflaschen und fuhren dann wieder nach hause. wie jeden mittwoch verabredeten wir uns zum abendessen und wie gewohnt einigten wir uns auf irgendwas asiatisches im wok bei mir. herrlich diese kontinuität!

nach dem lauf war natürlich eine weitere dusche fällig – sehr erfrischend! die spuren vom frühstück und vom restlichen typischen singlehaushalt beseitigte ich mit einem abwasch, das ging schneller als ich dachte. den rest des nachmittages werde ich ganz locker entspannen und mich dann auf den abend freuen. morgen findet dann die beerdigung in hamburg statt, aber bisher verdränge ich das noch, denn es macht mir bauchschmerzen. gestern war ich bei einem anwalt, er hat mir geraten, erst mal abzuwarten, bis irgendwer irgendwelche ansprüche an mich stellt. erst dann könne man reagieren. was die bestattungskosten angeht, konnte er mich zumindest ein wenig beruhigen. ich bin gespannt…

 

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