Erste Hilfe

So manch ein Montag hat es echt in sich. Dieser heutige zählt auf jeden Fall dazu. Und das, obwohl ich von einer lieben SMS ganz früh am Morgen geweckt wurde.

Gleich danach ging das Chaos aber auch schon los. Ich bin morgens so ein Trödler, der erst nicht aus dem warmen Bett kommt und sich dann auch noch ganz viel Zeit lässt. Als mein Wecker den zweiten Versuch startete, mich aus den Federn zu schubsen, war es immer noch dunkel. Die Heizung links neben mir tat aber bereits ihr Bestes um es mir so angenehm wie möglich zu machen, sobald ich unter meiner Bettdecke hervorgekrochen käme. Natürlich konnte ich nicht aufstehen, ohne meine Lieblings-Kanzler-Comedy im Radio gehört zu haben.

Wie jeden Montag musste ich dann auch heute erst einmal meine Arbeitsklamotten zusammensuchen. Wo hab ich die Hose diesmal wieder hingehängt? Welches Hemd ziehe ich an? Und welche Krawatte dazu? Wo ist die Krawattenklammer? Na ihr kennt das ja…

Weil ich schon wieder so spät dran war und die Frau im Radio meinte, es wäre nicht so kalt, dass man Eis kratzen müsste, beschloss ich den Wagen zu nehmen. Ich ließ also Mütze und Schal und Handschuhe weg und stieg mit Sack und Pack in den Aufzug, drückte auf (E)rdgeschoss und ratterte hinunter in den Tag. Als ich die Tür nach draußen aufstieß, kam es mir dann doch verdächtig kalt vor. Dann suchte ich den Eiskratzer. Nachdem ich vergeblich versuchte, die hartnäckige Eisschicht von meiner Windschutzscheibe zu kratzen, ließ ich es bleiben und ging zu Fuß. So weit ist es ja nicht. Ziemlich durchgefroren kam ich in der Firma an. Auf meinem Stuhl saß Jürgen, unser Kassierer und starrte mich an. Und dann starrte ich auf seine eingegipste rechte Hand und dachte: ‚Oh nein, auch das noch!’

Fünf Minuten später übernahm ich den gesamten Kassenbestand und ließ mir einen Crash-Kurs geben. So eine gebrochene Hand wird meinen Kassierer wohl für ein paar Wochen außer Gefecht setzen. Ich habe ja grundsätzlich kein Problem damit, Geld ein- und auszuzahlen, aber als Kassierer hat man ja noch weit mehr als nur das zu tun. Am meisten Bauchschmerzen machten mir die Geldautomaten. Sicher, ich hatte schon ein paar Mal zugesehen, aber jedes Mal war ich froh, dass das nicht meine Aufgabe ist, denn so einfach die Dinger auch von vorn zu bedienen sind, auf der anderen Seite ist das furchtbar kompliziert. Und ausgerechnet heute Mittag musste einer neu befüllt und abgestimmt werden. Etwas nervös hab ich mich dann daran getraut und es hat zum Glück alles geklappt. Ich war ganz schön erleichtert, als die Zahlen im Kassenbuch auch noch aufgingen. Der Vormittag war grässlich stressig. Der Nachmittag hingegen war ein Klacks, denn da waren’s tatsächlich nur noch Ein- und Auszahlungen – bis mir ein Kunde mitteilte, dass ein Geldautomat keine Fünfer hergibt. Natürlich war es das Gerät, das ich zuvor neu bestückt hatte. Also ließ ich die Kombination neu einstellen, sorgte dafür, dass das Gerät gesperrt wurde und konnte nach einiger Zeit nachsehen, wo es denn hakt. Leider waren all meine Optionen erschöpft, bevor ich eine Lösung fand und nach Rücksprache mit meiner EDV-Abteilung kommt morgen ein Techniker und sieht sich das an. Super Lacarian, Du hast es kaputt gemacht!

Anton (im Hintergrund: Pünktchen)

Zu Hause hab ich mir erst mal ein Glas Wein gegönnt und die Füße hochgelegt. Gestern hab ich ein leckeres Ragout gekocht und nachdem die Reste verputzt waren, machte ich mich an den Abwasch. Er war gerade erledigt, als mich ein Hilferuf von meiner Schwester erreichte, die ein paar Straßen weiter wohnt. Eine ihrer Katzen hat sich die Pfoten verletzt. Ich eilte also mit Verbandmaterial zu ihr und gemeinsam versuchten wir, den verängstigten schwarzen Kater zu verarzten. Das war gar nicht leicht und wir brauchten zwei schwierige Versuche. Es war ein ziemlich anstrengendes Unterfangen und letztlich wollte das Tier keine verbundenen Pfoten haben, so dass wir aufgeben mussten. Jetzt haben wir es in einen Käfig gesetzt und morgen früh bringt meine Schwester den Kater zum Tierarzt.

So eine Aufregung heute!

 

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