Erledigt

Ich bin grad wieder zu Hause und habe einen großen Teller Spaghetti verdrückt. Die Strecke von mir bis Lübeck ist wirklich mehr als bescheiden. Es sind nur knapp 100 km, aber man braucht zwei Stunden!! Echt ätzend zu fahren.

Ich bin heute morgen gegen sechs Uhr wach geworden. Mein Hals tat mir weh, aber sonst ging’s eigentlich. Der Gedanke, dass ich am Samstag um diese Uhrzeit schon von meiner Fahrgemeinschaft nach Kiel abgeholt werde, ließ mich schaudern! Dann drehte ich mich wieder um, mummelte mich in meine Bettdecke und schlief noch zwei Stunden. Ich hatte ja den ganzen Tag Zeit. Mein Vorstellungsgespräch war für 17 Uhr terminiert. Ich fuhr um halb zwei hier los. Scheibenwasser nachgefüllt, vollgetankt und ab die Post! Alles in allem ist die Strecke nicht schwierig, nur ätzend kurvige Landstraße. Kaum Chancen, die vielen LKW zu überholen. Aber ich bin angekommen und sogar im Lübecker Stadtverkehr hab ich mich zurechtgefunden. Ich stellte meinen Kleinwagen in einem Parkhaus ab und stiefelte erst einmal drauf los. Ich hatte noch Zeit, es war gerade kurz nach halb vier. Als erstes lief ich einmal um den Block auf der Suche nach der Firma. Dummerweise habe ich eine ganze Weile nach Straßennamen suchen müssen und bin etwas planlos durch die Fußgängerzone geirrt. Aber dann hab ich’s doch gefunden. Inzwischen wünschte ich mir, ich hätte mich wärmer angezogen, es war lausig kalt! Ich vertrieb mir die Zeit damit, mich etwas umzusehen, aber bei dem nassfrostigen Wetter ist Lübeck auch nicht unbedingt hübsch. Um mich aufzuwärmen durchstöberte ich Karstadt und bald schon war die Zeit um. Ich verließ den Laden, um pünktlich zum Gespräch zu kommen. Ich erschrak ganz fürchterlich, als die Kirchturmuhr in der Nähe zwei Minuten vor fünf anzeigte! Mein Handy hatte doch zwanzig vor fünf gesagt… Ich suchte nach einer anderen öffentlichen Uhr, konnte aber keine finden und so gelangte ich schnellen Schrittes in die Firma um die Ecke. Ich betrat die große moderne Kundenhalle und schaute mich um, konnte aber auch hier keine Uhr finden. Irgendwann ging ich auf einen Mitarbeiter zu und sagte, ich hätte einen Termin in der Personalabteilung mit Frau sowieso. Er bat mich Platz zu nehmen, man würde mich dann gleich abholen. Und endlich fand ich die Uhrzeit! Viertel vor fünf! Puh!

Frau dingsbums holte mich kurz darauf ab. Sie strahlte mich förmlich an, ist ungefähr in meinem Alter und machte einen sehr netten und ungezwungenen Eindruck. Das war schon mal gut. Sie nahm mich mit durch ein Labyrinth aus Türen und Räumen und irgendwann kamen wir in ihrem Büro an, in dem Herr bumsdings schon auf uns wartete. Die beiden (beide sind nur drei Jahre älter als ich) führten das Gespräch, stellten viele Fragen, die ich geduldig beantwortete und ich denke, es ist ganz gut gelaufen. Sie haben das Gehalt konkretisiert, gefragt, wann ich würde anfangen können und möchten nun noch mein Abschlusszeugnis haben. Dann würde sich alles schnell entscheiden, weil ich der letzte Bewerber war.

Tja. Nun heißt es warten und hoffen. Dummerweise bin ich heute nicht ganz fit, nach dem Gespräch, das eine Dreiviertelstunde gedauert hat, bemerkte ich Kopf- und Halsschmerzen und ich war plötzlich müde und schlapp. Während ich ursprünglich in Lübeck etwas hatte essen wollen, machte ich mich auf den langen Heimweg. Wieder zwei Stunden Autofahrt und es wurde schon dunkel. Jetzt werde ich gleich ins Bett fallen, bin ziemlich K.O.

Morgen muss ich dann die letzten Reste für die Prüfungen in mein Kurzzeitgedächtnis prügeln und Samstag geht’s dann los. Ich mag nicht mehr.

Danke für’s Daumendrücken und einen schönen Abend wünscht ein erschöpfter Lacarian.

 

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