Erfolg

Gestern Abend bekam ich noch eine SMS aus Paris. Bei meinem Engel ist alles in Ordnung und ich werde langsam ruhiger, auch wenn er heute noch nichts von sich hat hören lassen. Laut den Nachrichten gab es aber gestern Nacht keine Ausschreitungen im Pariser Zentrum.

Mein Urlaub ist vorbei und heute Morgen ging die Arbeit wieder los. Etwas widerwillig verließ ich das kuschlige Bett, es war noch dunkel. Der Fußboden wird wieder kälter und gähnend schlurfte ich rüber ins Bad. Das Licht tat meinen Augen weh, aber die heftigen Kreuzschmerzen von gestern sind zum Glück verschwunden. Nach einer kurzen Dusche und dem Kampf mit den Bartstoppeln machte ich mir ein knappes Frühstück. Eigentlich hatte ich vor, in Zukunft morgens früher aufzustehen und in Ruhe zu frühstücken, hat natürlich nicht geklappt und so fand das Toast seinen Weg in meinen Magen wieder einmal zwischen Tür und Angel.

Die Arbeit zeigt sich heute ziemlich entspannt und ich bin tatsächlich etwas erholt. Höhepunkt des Vormittages war dann ein Gespräch mit dem Chef. Er fragte mich, ob ich kurz Zeit für ihn hätte und ich folgte in das einzige geschlossene Büro am Ende der Filiale… Er schloss die Tür hinter mir und zog sich seinen Notizblock heran.

Zuerst sprach er mich auf mein Herzproblemchen an und fragte, ob er mich überfordern würde und ob er etwas tun könnte, um mich zu entlasten! Da ich aber noch nicht genau weiß, woher das kommt sagte ich ihm, ich würde mich melden, wenn es zuviel wäre.

Dann sprach er die kurzfristig für Mittwoch vom Gesamtvorstand einberufene Personalversammlung zum Thema Personalabbau an und ich dachte: ‚Was kommt jetzt?!’ Er schien meine Gedanken zu lesen und setzte gleich nach, dass ich mir keine Sorgen zu machen bräuchte. Ich hatte ihm ja vor einiger Zeit mal gesteckt, dass ich in absehbarer Zeit von hier weggehen und mir in dem Rahmen einen neuen Arbeitgeber würde suchen wollen. Das hatte ich auch der Personalabteilung mitgeteilt. Und dann kam der Kracher: Meine Firma lässt nun über meinen Chef anfragen, was sie mir bieten muss, damit ich bleibe! HALLO!! Wie geil ist das denn bitte?! Ich soll mir das in Ruhe überlegen und die Personalabteilung wird diesbezüglich in den nächsten Wochen auf mich zukommen. Was sagt man dazu? Jetzt muss ich abwägen, aber ich denke nicht, dass ich jeden Tag insgesamt 200 km fahren werde. Mal sehen. Ich bin natürlich total von den Socken.

So, jetzt wo ich das schon mal losgeworden bin kann die Arbeit gleich weitergehen. Leider macht mein Herz nach wie vor unschöne Dinge und jedes Ziehen oder Stechen, sei es in der Herzgegend oder im linken Arm, macht mir Angst. Es tut nicht richtig weh und vermutlich ist das nicht anders als immer, aber ich bin extrem sensibilisiert auf alles, was da so vor sich geht.

Jetzt warte ich auf eine Nachricht von Gerd, darauf ihn bald wiederzusehen und auf den 16. November, wenn ich endlich dieses EKG machen kann.

 

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