Energiesparmodus

Wenn mir dieser Tage etwas fehlt, dann sind es Ehrgeiz und Energie. Heute, am Himmelfahrtstag, wird es mir wieder besonders deutlich. Ich war nach über einer Woche wieder im Sportstudio und musste mich wirklich zwingen, nicht nach der ersten Viertelstunde abzubrechen und nach Hause zu fahren. Trotzdem musste ich an jedem Trainingsgerät mein bisher erreichtes Gewicht wieder reduzieren und hatte selbst dann noch Schwierigkeiten. Während ich mühevoll versuchte, meine Muskeln wieder zum Leben zu erwecken, hatte eine der Trainerinnen ihre Probleme mit einem Probetraining für zwei dicke asiatische Frauen. Die beiden verstanden die Anweisungen der Trainerin nicht, die deswegen mit Händen und Füßen versuchte, das Gerätehandling zu erklären. Bei meinem anschließenden Ausdauertraining hielt ich nicht länger als dreieinhalb Minuten durch. Das war für mich sehr enttäuschend.

Aber nicht erst heute, sondern schon eine Weile leide ich an Energielosigkeit. Hängt das mit dem unsteten Wetter zusammen? Es ist höchste Zeit, dass ich mich bei U. und W. melde – nicht nur wegen des Silbermondkonzertes, das wir gemeinsam Ende Mai besuchen werden! Auch habe ich auf eine E-Mail von B. bisher nicht reagiert, in der er nach unserem Befinden fragt und ein baldiges Wiedersehen vorschlägt. Mir fehlt einfach komplett die Energie. Einzig unser kleiner Garten und unser blühender Balkon machen mir zur Zeit Freude. Ich könnte mich stundenlang darin aufhalten, den zwitschernden Vögeln zuhören und dem vielen Grün beim Wachsen zusehen.

Alles weitere läuft bei uns momentan auf Sparflamme. Ich will meinem Freund helfen, seine Figur wiederzufinden, die er noch vor einem Jahr hatte. Daher versuche ich auf gesündere Ernährung zu achten. Und weil mein Konto noch unter den Nachwirkungen diverser Zahnarztbesuche, der Neben-kostennachzahlung und der ersten Miete für das Sommerhaus leidet, versuche ich, mir alle sonstigen Annehmlichkeiten zu verkneifen.

Heute Nachmittag, als ich vom Sportstudio zurückkam, zog ein Gewitter über die Marzipanstadt hinweg. Während mein Freund bei der Arbeit ist, sitze ich in Gesellschaft der beiden Tiger bei Kerzenschein an der Balkontür und lese ein Buch.

 

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