Endlich

In diesen Tagen gibt es wieder so viel zu erzählen, und doch weiß ich nicht genau, wo ich eigentlich anfangen soll. Ich hab grad im diary einer lieben Freundin geblättert und mich daran erinnert, wie wichtig es ist, die Dinge in einem positiven Kontext zu betrachten.

 

:: Magisches Ende

Ich knüpfe für den Anfang mal an meinem letzten Eintrag an. Harry Potter. Wen es nicht interessiert, der hüpft am besten gleich einen Absatz weiter. Und keine Sorge, hier wird nichts verraten.
Ich habe den letzten Band natürlich längst durchgelesen. Das ging auch gar nicht anders, denn es wurde spannender von Seite zu Seite. Und wenn ich mich auch respektvoll nie an die vorherigen Bände englischer Ausgaben herangetraut habe, war ich überrascht, wie leicht mir das Lesen nach zweidrei Kapiteln fiel. Ich dachte anfangs, wenn ich nicht alles verstehe, lese ich ja noch die deutsche Ausgabe Ende Oktober. Aber ich habe die Geschichte tatsächlich von Anfang bis Ende verstanden. *stolz auf mich bin*

Die Autorin brilliert mit zahlreichen Erzählsträngen, die sie aus den früheren Bänden wieder aufgreift und hier zu einem schönen Ende führt. Viele bekannte Dinge tauchen wieder auf und es bleiben am Ende fast keine Fragen mehr offen. Trotzdem schade, dass es nun vorbei ist. Oder doch nicht? Man munkelt ja, sie schreibe schon wieder. Vielleicht ein Sequel (schreibt man das so??), das 20 Jahre später spielt oder so.

 

:: Karriereende?

Morgen ist es soweit.
Seit sieben Wochen trabe ich montagmorgens pünktlich um acht Uhr in der Marzipaninnenstadt zu Frau Dr. Sowieso, ihres Zeichens Psychotherapeutin. Nachdem mich meine gutbezahlte Tätigkeit niedergeschmettert hat und das liebe Herz in meiner Brust für nächtliche Panikanfälle sorgte lief ich zum Arzt. Mein Hausarzt ist nicht einmal ein richtiger Doktor, aber nett. Er stellte mir eine Menge Fragen und diagnostizierte bei mir eine Depression mit sporadisch auftretenden, stressbedingten Panikattacken. Für dieses Gebiet nicht ausgebildet gibt er mir eine Liste mit 68 Namen von Psychotherapeuten in der Stadt und so kam es zu den montäglichen Sitzungen. Ich muss dazu sagen, dass ich leider nicht an die klassische Psychotherapie glaube. Ich kenne viele „Psychotricks“, und daher wirken sie bei mir nicht so besonders gut.

Zum Glück kennt sie sich im Buddhismus gut aus, und so konnte ich mich darauf einlassen. Bei der „Therapie“ handelt es sich eigentlich mehr um eine Aufnahme. Sie stellt also haufenweise Fragen zu Vergangenheit, Beziehung, Arbeit und Umfeld. Mehr als Tipps und Anregungen kann sie jedoch auch nicht geben. Nichts von dem, was sie mir sagt, ist wirklich neu für mich, aber es ist gut, dass man nochmal daran erinnert wird.

Ich habe in den letzten Wochen für mich eines festgelegt: Verkäufer will ich nicht mehr sein! Ich mache diesen Job seit über zehn Jahren. Das letzte Jahr davon war grauenhaft. Und die Entwicklung sieht so aus, dass es schlimmer wird. Mehr Aktivität wird gefordert, Kunden anquatschen wann immer einer hereinkommt – und wenn keiner hereinkommt: rausgehen und anquatschen. Dabei verkaufen, verkaufen und noch mehr verkaufen. Jede Woche wird die eigene Filiale mit allen anderen Filialen meiner Bank verglichen, jede Woche wieder schwarz auf weiß, wie viel man noch aufholen muss. Der Personalwechsel aufgrund von Personalverschleiß ist bei uns extrem hoch. In Kürze wird das gesamte Team zum dritten mal in diesem Jahr ziemlich komplett ausgetauscht. Einer nach dem anderen wirft das Handtuch, drei sind in ärztlicher Behandlung.

Morgen ist es soweit: Ich habe einen Termin mit dem Personalchef. Dabei werde ich darum bitten, mir einen Job als Sachbearbeiter zu geben. Das wird schwierig, denn aufgrund der starken Ausrichtung auf den Verkauf werden die Sachbearbeiterstellen abgebaut und die Verkäuferstellen ausgeschrieben.

Ich hoffe sehr, dass es trotzdem eine Möglichkeit für mich gibt, in der Firma bleiben zu können. Falls nicht, so muss ich die Zeit bis zum Auslaufen meines Jahresvertrages nutzen, mir woanders eine Stelle zu suchen. So oder so: meine Karriere als Verkäufer ist zuende. Und schon allein das ist – wenn auch finanziell beunruhigend – ein gutes Gefühl. Gesundheitlich.

 

:: Christopher-Street-Day

Auch in diesem Jahr fanden wieder zahlreiche CSDs statt. Aber wie schon im letzten Jahr habe ich an keinem teilgenommen. Ich konnte mich nicht aufraffen, nicht zuletzt, weil Schatzi arbeiten musste und ich dann allein hätte fahren müssen. Dabei macht es mir immer so viel Spaß, in der bunten Parade mitzulaufen und Präsenz zu demonstrieren. Photos zu schießen und einfach zu genießen, inmitten Gleichgesinnter (blöder Begriff…) durch die Straßen zu laufen. Dazu laute Musik und alle Farben des Regenbogens. Vielleicht schaffen ich es nächstes Jahr.

 

:: Freunde?

Im Moment gehen mir meine Freunde alle verloren. Nicht zuletzt wegen der beruflichen Schwierigkeiten und der anscheinend daraus resultierenden Depressionen fehlt mir die Kraft, Kontakte zu pflegen. Meine „alten“ Freunde aus der Heimat habe ich schon ewig nicht mehr gesehen, gehört oder etwas von ihnen gelesen (und andersherum auch nicht…). Aber dieser Tage – ja sogar schon Wochen – entziehen sich mir anscheinend auch meine langjährigsten Freunde, und das macht mir Angst. Ich hoffe sehr, dass es mir demnächst gelingen wird, wieder neuen Auftrieb zu schöpfen. Dann will ich versuchen, einiges zu retten, was früher mal da gewesen ist.

 

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