Einklang

Es dämmerte bereits durch die weißen Stoffrollos vor den beiden Fenstern, als ich verpennt ein Auge öffnete und hoffte, dass wirklich Samstag ist. Nach einem Blick auf den Wecker neben meinem Bett schlüpfte ich zu meinem schlafenden Engel unter die warme Decke und kuschelte mich an ihn. Nur das leise Atmen war zu hören und ruhig hob und senkte sich sein Brustkorb. Ich betrachtete die Bilder an den Wänden, lauschte dem Samstagmorgen-Verkehr auf der Straße und genoss die Ruhe.

Wirklich blöd, dass kurz darauf der Wecker klingelte, der meinen Engel zur Arbeit schickte.
Als er in den neongelben Kleinwagen unter den großen Bäumen stieg und davonfuhr stand ich am Fenster und sog die Farben des Herbstmorgens auf. Die gelben Blätter winkten mir von den fast nackten Ästen zu und das herabgefallene Laub, das ich gestern zusammengefegt hatte, lag schon wieder verteilt auf dem Gehweg. Von den vielen Bäumen, die an der Straße stehen, schwebten nach und nach mehr und mehr herbstfarbene Blätter auf die Erde, die die Kronen seit dem Frühjahr bekleidet hatten.

Nach einer heißen Dusche und einem kleinen Frühstück sitze ich jetzt mit dem Notebook auf dem Bett und höre schon wieder ein Klavierstück. Einer der Bäume steht vor dem Fenster im zweiten Stock, und durch die sonnengelben Blätter an den dunkelbraunen Ästen leuchtet der blaue Himmel. Aus dem Schornstein des gegenüberliegenden Hauses schwebt heller Rauch in die kalte Luft des Samstagmorgens. Es ist ein wirklich gemütlich-entspannter Tag.

Ich werde mich jetzt mit einem Buch zu den beiden Katerchen ins Wohnzimmer legen und dabei eine heiße Schokolade trinken.

 

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