Die missglückte Fotosafari

Es war Samstag, es war sonnig und warm und wie hatten nichts anderes vor, als mein Freund und ich die Kamera einpackten, das Stativ schulterten und uns auf den Weg in die Hansestadt Hamburg machten. Wir hatten die HafenCity mittlerweile ein halbes Jahr nicht besucht und ich brannte darauf zu entdecken, was es alles neues gab! Das Stativ hatten wir mitgenommen, um in der Dämmerung ein paar schöne Aufnahmen zu schießen, vielleicht auch vom Wasserlicht-Konzert auf Planten un Blomen.

Den späten Nachmittag hielten wir erstmal mit ein wenig Bummelei am Jungfernstieg hin. Hollister und Abercrombie – diesmal zwar ganz ohne Warteschlangen – überzeugten uns jedoch nicht, unsere Geldbörsen zu zücken (ist das schon der Geiz angehender Häuslebauer?). Gegen Abend setzten wir uns in die U4, um uns bequem in die HafenCity kutschieren zu lassen. In der vorletzten Station („Überseequartier“) wurden wir (und alle anderen natürlich) aufgefordert, den Zug zu verlassen. Endstation. Da war ich schon ein bisschen irritiert. Im Winter konnten wir immerhin noch eine Station weiter bis zur Uni fahren…

Als wir unendlich viele Stufen später das Tageslicht betraten, war die Enttäuschung groß – hier hatte sich im letzten halben Jahr eigentlich nichts getan. Da, wo ich eine Fortsetzung des Überseequartiers erwartet hatte – wenn auch im Baustadium – lagen nackte Fundamente, geschmückt von Gräsern und Büschen, die die schon lange verwaiste Baustelle erobert haben. Weiter vorn konnten wir die Universität sehen, die im September in Betrieb gehen soll. Von hier sah sie noch arg nach Baustelle aus, also machten wir uns auf den Weg, sie aus der Nähe zu betrachten. Wir passierten den „Magdeburger Hafen“, liefen eine staubige, einsame Straße entlang und erreichten die Uni, die wirklich noch eine reine Baustelle ist, eine gute Viertelstunde später. Die Grünanlagen auf dem Campus sind bereits fertig, der Rest ist noch am werden. Hier entstand dann auch das erste und einzige Foto dieses Tages, das einen immerhin einigermaßen fertigen Teil des Universitätsgebäudes zeigt und es bis in den Beitragskopf geschafft hat.

Ein wenig frustriert und dank des aufkommenden Windes tatsächlich frierend machten wir uns auf den Weg zurück zum Jungfernstieg, um etwas anständiges zu essen. Die Elbphilharmonie, die wir fast unbeachtet links liegen ließen, hat sich augenscheinlich auch nicht weiterentwickelt, das mittlere Dachstück fehlt nach wie vor. Ein prächtiges Abendessen im Block House besänftigte uns dann wieder, und reichlich gesättigt traten wir den Heimweg an, ohne auf die Dämmerung zu warten.

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