Deutschland 21?

Mein Blog ist kein politischer und soll möglichst auch keiner werden. Was sich in Stuttgart zurzeit zuträgt, finde ich allerdings überaus beunruhigend. Die Diskussion um ein Bahnhofsprojekt in einer Stadt, die rund 700 Kilometer entfernt ist, berührt mich eigentlich nicht besonders. Von einem neuen Bahnhof, der Baden-Württemberg voran bringen soll, habe ich in Schleswig-Holstein nicht mehr und nicht weniger als die meisten in Deutschland. Aber wie der Wille vieler tatsächlich davon betroffener Menschen mit Füßen getreten, mit Tränengas bespritzt, mit Wasserkanonen beschossen und von der Polizei niedergeknüppelt wird, ist ein unhaltbarer Zustand. Und dass die Mächtigen unseres Staates im Namen des Volkes rohe Gewalt für angemessen und erforderlich halten, um Widerstand zu brechen und ihren Willen durchzusetzen, ist erbärmlich und aus meiner Sicht kriminell. Sich damit zu beruhigen, dass die Bürger durch „Aufklärung“ über das umstrittene Projekt bis zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg in einem halben Jahr „überzeugt“ werden können, ist nun blanker Hohn. Welche Art von Aufklärung soll das sein, die den Bürgern in Stuttgart das Projekt Stuttgart 21 näher bringen könnte? Aufklärung kann es höchstens für den Rest der Republik geben, denen ein Bahnhof in Stuttgart reichlich egal sein kann, die sich aber fragen müssen, was ihre eigene Meinung noch Wert ist, wenn sie eines Tages gebraucht wird. Und so demontiert sich eine weitere deutsche Partei im Namen des Volkes.

 

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